Italien auf Balkonien: Redakteur Löhr mit Celentano.
Eric Pfeil stammt zwar aus Bergisch Gladbach – ist aber auf Gottes krummen Wegen zum absoluten Italien-Kenner geworden. Insbesondere zum Kenner der Musica leggera, der vermeintlich leichten italienischen Popmusik. Als solcher hat der Journalist und Sänger (der seine Songs beim Münchner Trikont-Label herausbringt) nun sein drittes Buch zum Thema veröffentlicht. Doch in „Hotel Celentano“ widmet er sich den Liedern der großen Italo-Pop-Stars und Cantautori nicht nur – er reist ihnen hinterher.
Zusammen mit seiner Frau fährt er den Stiefel von Sterzing bis Syrakus ab und erkundet die Orte, an denen die berühmten Lieder, aber auch Filme, entstanden. In Mailand steht das Ehepaar vor verschlossenen Türen in der Via Gluck, dem Haus, in dem der Hans Dampf in allen Entertainment-Gassen geboren wurde – Adriano Celentano. Wir erfahren außerdem, in welchem Hotel der Frauenschwarm seiner Filmpartnerin Ornella Muti näherkam. Wo Pasolini den Film drehte, dessentwegen er wohl ermordet wurde, wo Visconti und Helmut Berger in Rom lebten und wo Lucio Battisti, der singende Nationalheilige, beerdigt ist.
Spannende Orte, die durch die Kunst unsterblich wurden, oft abseits der ausgelatschten Reiserouten. Kann man in Bella Italia erkunden – oder auf Balkonien.JOHANNES LÖHR
Eric Pfeil:
„Hotel Celentano“. Kiepenheuer & Witsch, 320 Seiten; 17 Euro.