Querfeldein durchs Leben

von Redaktion

Alex Capus über Liebe und Schmuggler

Einfach mal chillen und lesen: Redakteur Klaus Heydenreich.

Um Liebe und Tod geht es in „Querfeldein“, um Untreue, Rache und Zusammenhalt angesichts dunkler Bedrohungen – tiefe Themen; das Leben halt. Und das soll was für den Sommerurlaub sein? Unbedingt, denn wenn Alex Capus eines kann, dann, aus Schwerem Leichtes zu machen.

Der 65-Jährige ist Spezialist für Geschichten mit historischem Hintergrund, und egal, worüber er schreibt, es ist Zeile für Zeile ein Lesevergnügen. Die Dialoge: treffsicher, die Charaktere: lebendig, sein Stil: bildhaft. Gerade Letzteres setzt große Könnerschaft voraus, die der 65-Jährige mitbringt. Wo andere schiefe Bilder produzieren, hat man bei ihm eine Kinoleinwand in den prallsten Farben vor Augen. In feinen Details beschreibt er meisterhaft seine Protagonisten.

Einer davon ist Arnold, um den sich die Geschichte am Vorabend des Ersten Weltkriegs aufbaut. Trotz miserabler familiärer Voraussetzungen bringt er sich in die Lage, sorgenfrei in einem Schweizer Grenzdorf zu leben und seinen Gasthof „Zur Moskau“ aufzubauen. Eine große Liebe und acht Kinder inklusive. Weltlage und Familie könnten ihn zur Verzweiflung bringen, aber er meistert alles mit größter Gelassenheit. Bis der Schmuggler Hermann in sein Leben und das seiner Tochter, der „schrägen Clara“, tritt.KLAUS HEYDENREICH

Alex Capus:

„Querfeldein“, Hanser, 286 Seiten; 25 Euro

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