Paul McCartney sagte mal, niemand sei musikalisch gebildet, wenn er „Pet Sounds“ nicht kenne. Ein vergiftetes Lob. Denn zum Zeitpunkt der Äußerung haben die Beatles den Wettlauf um die Pop-Krone längst gewonnen. 1966 ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Brian Wilson hat allerdings das Pech, dass er bei den Beach Boys allein auf weiter Flur steht, ohne kongenialen Partner. Er will der Liverpooler Konkurrenz etwas Gleichwertiges entgegensetzen – und übertrifft fast alles davor und seitdem. In die Karten spielt ihm, dass er nicht mehr mit der Band tourt und sich mit Session-Profis im Studio austoben kann. So bannt er in „God only knows“ und dem glorreichen Rest die Wehmut eines kalifornischen Sonnenuntergangs in verminderte Moll-Harmonien. Als die Band die Songs hört, geht das Gemaule los: keine Strand-Hits? Dafür Streicher, Fahrradklingeln und Ukulele? Sie verstehen es nicht – aber sie singen es engelsgleich. Auszüge aus den Sessions mit etlichen A-cappella-Aufnahmen sind gerade erschienen.LÖ
The Beach Boys:
„Pet Sounds“, „The Pet Sounds Session Highlights“ (Capitol).