Ein entfesselter Sommerabend

von Redaktion

Die Punker Less than Jake geben sich im Münchner Technikum mit nichts weniger zufrieden als totalem Irrsinn

Heizten den Münchnern ein: Less than Jake. © Archiv

Draußen hat es noch über 30 Grad, das Technikum im Münchner Werksviertel ist voll und es schweißelt ein wenig, anders kann man es nicht sagen. Dennoch hat das Publikum Lust auf Vollkontakt, die Musik von Less than Jake schreit danach, sich ins Getümmel zu stürzen. Schweiß und Bier sind ohnehin schon in großen Mengen geflossen, was hat man schon zu verlieren. Es gibt dann noch Trost von der Bühne: „Wir stinken noch mehr als ihr“, lässt Gitarrist und Sänger Chris Demakes den Saal wissen und damit kann der Irrsinn endgültig entfesselt werden.

Ein Fan, der sich nach Meinung der amerikanischen Ska-Punker verirrt haben muss mit seinen langen Haaren, darf auf der Bühne tanzen, ein anderer – Gerhard – übt sich im Stagediving und wird auf den Händen der Fans durch die Halle getragen. Man hat also Spaß, die Musik, die so klingt, als würden Madness und the Clash zusammen jammen, fährt in die Beine, niemand steht hier still. Seit drei Jahrzehnten verbreiten die Rabauken aus Florida gute Laune und haben sich in dieser Zeit auch in Deutschland eine ergebene Fangemeinde erspielt. Manche bringen ihre Kinder mit, die mit Kopfhörern und Ohrstöpseln geschützt bestaunen, wozu ihre Eltern tanzen. Es gibt aktuellere Nummern wie „Lie to me“, dazu Klassiker wie „All my best friends are Metallheads“ und obskure Publikumslieblinge wie „The Science of selling yourself short”. Less than Jake wissen, wie man Stimmung macht, und weniger als totaler Irrsinn als Reaktion wird nicht hingenommen.

Es wird ein relativ kurzes Vergnügen, aber ein sehr unterhaltsames. Ein heißer Sommerabend zu wunderbar anarchisch-einschmeichelndem Sound, der direkt in die Magengrube geht. Hat Spaß gemacht mit diesen Strolchen.ZORAN GOJIC

Artikel 2 von 7