UNSERE KURZKRITIKEN

Bitterböses aus der Arbeitswelt

von Redaktion

Die 26-jährige Meryem ist bestens ausgebildet und schon so lange auf Jobsuche, dass sie den Traum von einer Stelle als Dolmetscherin bei der UNO aufgegeben hat. Das kaum bezahlte Praktikum bei einer Supermarktkette auf den Kanarischen Inseln empfindet sie anfangs sogar als Glück. Doch das ändert sich schnell, der stupiden Tätigkeit, der bornierten Chefin und der boshaften, die studierte Philologin nach allen Kräften mobbenden Kollegen wegen. Das liest sich trotz der porentiefen Tristesse alles überraschend witzig. Autorin Meryem El Mehdati knöpft sich in ihrem bitterbösen, satirischen Roman „Supersaurio“ die extrem hierarchische, ungerechte Arbeitswelt vor, in der sich Berufsanfänger heute zurechtfinden müssen. Schonungslos setzt sich Meryem El Mehdati mit dem perfiden System von Ausbeutung und Abhängigkeit auseinander. Eine verzweifelte Warnung vor einem alle Lebensbereiche dominierenden Kapitalismus.ULF

Meryem El Mehdati:

„Supersaurio“, Ecco Verlag, 346 Seiten; 18 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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