Das Phänomen Eberhofer

von Redaktion

Schauspieler Sebastian Bezzel und Hörspiel-Sprecher Christian Tramitz über die Kultfigur

Zum zehnten Mal gibt Sebastian Bezzel den Franz Eberhofer. © Constantin (2)

Christian Tramitz ist der Sprecher aller Hörbücher der Krimireihe.

Gefühlt wartet ganz Bayern auf den neuen „Eberhofer“ – heute Abend feiert „Steckerlfischfiasko“ nun in München Premiere, in die Kinos kommt der Film dann am Donnerstag. Es ist bereits die zehnte Verfilmung, die auf einem der erfolgreichen Romane von Rita Falk basiert. Mit dabei ist natürlich Sebastian Bezzel als Polizist Franz Eberhofer. In seinem neuen Fall muss er den Tod des Steckerlfischkönigs von Niederkaltenkirchen aufklären. Der wird gespielt von Christian Tramitz, was insofern eine hübsche Idee ist, als dass Tramitz der Sprecher aller Hörbücher der Krimireihe ist. Zeit also, mit beiden Schauspielern über das Phänomen Eberhofer zu sprechen.

Herr Bezzel, Herr Tramitz, wenn Sie jemandem, der noch nie etwas vom Eberhofer gehört hat, diesen Charakter beschreiben müssten – was würden Sie sagen?

Sebastian Bezzel: Franz ist der Dorfgendarm in einem bayerischen Kaff, ein ziemlich eigenbrötlerischer Grantler mit melancholischem Einschlag. Er mag Veränderungen nicht, ist beruflich unglaublich un-ehrgeizig und macht sich mit seiner direkten und oftmals sehr uncharmanten Art oft Feinde. Franz liebt nicht viele Menschen, die wenigen dafür aber sehr – wie die Oma, die Susi und den Paul, den Rudi (meistens) und Hinkelotta (fast ein Mensch).

Christian Tramitz: Charakter lässt sich immer schwer beschreiben. Am besten man schaut sich die Filme an oder hört die Hörbücher und macht sich selber ein Bild. Grundeigenschaft: launisch und neigt zu sprunghaften Reflexhandlungen.

„Steckerlfischfiasko“ ist die zehnte Eberhofer-Verfilmung. Was macht sie aus Ihrer Sicht zu einer besonderen?

Bezzel: Christian Tramitz spielt endlich mit! Und natürlich noch einige andere tolle Gast-Schauspielerinnen und -Schauspieler. Ansonsten war es sehr schön, nach drei Jahren Pause wieder mal einen „Eberhofer“ zu drehen. Die Pause war für Team und Schauspieler gut, aber auch für die Geschichte, die wir erzählen. Alle Beteiligten waren motiviert und sind ein bisschen älter (manche sogar auch weiser) geworden. Ich glaube, diese Energie merkt man dem Film auch an.

Tramitz: Ich hab den Film ehrlich gesagt noch gar nicht gesehen und werde ihn das erste Mal bei der Premiere anschauen. Jeder Rita-Falk-Roman hat irgendwie was Spezielles, und es liegt am Regisseur, die jeweiligen Eigenarten herauszuarbeiten, aber da vertraue ich Ed Herzog. Leichen kann er auf jeden Fall gut inszenieren.

Was unterscheidet den Eberhofer aus den Hörbüchern vom Eberhofer aus den Kinofilmen?

Bezzel: Die Stimme! Hörbuch und Film sind zwei komplett unterschiedliche Disziplinen, die man nicht miteinander vergleichen kann. Als Film-Franz habe ich ja ganz andere Möglichkeiten, oft reicht nur ein Blick, und alles ist klar, das geht beim Hörbuch natürlich nicht. Außerdem spricht/spielt Christian Tramitz ja alle Figuren der Geschichte, was übrigens ein sehr großer Spaß beim Zuhören ist. Grundsätzlich ähneln sich unsere Franz-Interpretationen schon sehr in ihrer Genervtheit und ihrem Grant.

Tramitz: Uns unterscheidet vor allem das Alter. Für mich ist Sebastian Bezzel die absolute Idealbesetzung. Ich bin eigentlich viel zu alt für die Rolle des Eberhofer, aber als Sprecher sieht man mich ja Gott sei Dank nicht.

Gibt es eine Folge, ein Buch, das Sie besonders mögen?

Bezzel: Nein, ich hab alle meine Kinder lieb! (Lacht.) Im Ernst, es gibt in jedem Film Szenen, manchmal auch nur Details, die ich besonders liebe. Es ist mir deshalb nicht möglich, da einen Teil herauszupicken.

Tramitz: Die „Winterkartoffelknödel“ sind mir sehr ans Herz gewachsen, aber vielleicht nur, weil es der erste war. Übrigens gibt es keine Winterkartoffelknödel. Das ist eine Wortschöpfung von Rita Falk.

Herr Bezzel, wenn Sie keine Lust mehr hätten (!) auf die Rolle – wäre Herr Tramitz ein guter Nachfolger für den nächsten Film (so es denn einen gibt)?

Bezzel: Christian Tramitz in einer bayerischen Komödie zu besetzen, ist grundsätzlich immer eine gute Idee. Ich habe aber noch Lust auf die Rolle.

Welche Eigenschaft hat der Eberhofer, die Sie auch bei sich entdecken?

Bezzel: Manchmal bin ich grantig und manchmal melancholisch, da sind Franz und ich uns ähnlich. Und den traditionellen kulinarischen Freuden bin ich auch nicht abgeneigt.

Tramitz: Meine Geduld mit Mitmenschen ist manchmal genauso limitiert wie die vom Eberhofer.

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