Spaßgranaten von der Insel: Die Show von The Lottery Winners ist so positiv wie energiegeladen. © Jörg Heinrich
England als Mutterland des Pop – dieser sehr gute Ruf wurde in den vergangenen Jahren arg ramponiert. Kaum mehr neue Stars und Hits von der Insel und noch absurd schlechtere ESC-Auftritte als Deutschland: Was geht, UK? Oder besser gesagt: Help, you need somebody! Und hier kommt Hilfe mit der Band, die vieles wieder gutmacht. The Lottery Winners sind die Spaßgranaten aus Leigh bei Manchester, die jetzt im Münchner Backstage nicht zum ersten Mal ihre deutschen Fans von den Socken hauten. Yeah, England is back!
„Ich will ein sexyest Ed Sheeran sein“, verkündet der umwerfende Sänger Thom Rylance in München als eines seiner Ziele. Und auf seine Art schafft er das auch. Denn der Kerl ist ein Naturereignis mit einem brillanten Händchen für Ohrwürmer. Kracher wie „Much better“, „Burning House“ oder „You again“ vom fabelhaften neuen Album „KOKO“ sind perfekter Pop fürs Radio, fürs Stadion – oder fürs nächste Robbie-Williams-Album. Ach ja, Robbie: Mit ihm unterhält Thom Rylance nach mehreren gemeinsamen Tourneen eine große Bromance. Rob nennt die Lottery Winners seine Lieblingsband, und Thom hat beschlossen: „Wenn Robbie der King of Entertainment ist, will ich der Prinz sein.“ Natürlich sorgt ein leidenschaftliches Cover von „Angels“ auch in München wieder für Glücksmomente. Auch wenn der Superstar diesmal – auch das gab’s schon – nicht live am Handy mitsingt.
Wobei die Lottery Winners die prominente Unterstützung eigentlich gar nicht brauchen. Ihre Show im Backstage ist so ungeheuer positiv, freundlich und energiegeladen, wie man es selten erlebt. Dazu trägt auch die supercoole Bassistin Katie Lloyd bei, die als Sängerin für noch mehr Pop-Appeal sorgt. Doch im Mittelpunkt steht Thom Rylance – der glaubt, dass auch sein ADHS zum Spektakel beiträgt, das er abzieht: „Das ist meine Superkraft.“ Bei ihm bedeuten die vier Buchstaben: Alter, der hat Schwung! In England haben sie ihre Lottery Winners längst ins Herz geschlossen, mit zuletzt zwei Nummer-eins-Alben. Das Mutterland des Pop weiß eben doch noch, was gut ist. Deutschland muss noch merken, dass diese Band ein Sechser im Lotto ist. Plus Superzahl.JÖRG HEINRICH