In Spanien hat nicht nur die Franco-Diktatur ihre Spuren hinterlassen, sondern auch die Zeit danach, in der ausgelassen nachgeholt wurde, was unter Franco lange nicht möglich gewesen war. Die Filmemacherin Carla Simón selbst hat ihre Eltern an die Krankheit Aids verloren und sich auf die Suche nach ihrer Geschichte gemacht. Herausgekommen ist ein poetischer Film über die jungen Generationen von heute, die in der Vergangenheit nach Antworten für die Gegenwart suchen. Im Zentrum steht die 18-jährige Marina, die im Jahr 2004 von Barcelona nach Vigo reist, um mehr über ihre Eltern zu erfahren und dabei auch eine ganze Menge über ihre Großfamilie, über Wahrheit und Ehrlichkeit lernt. Simón findet für diese Spurensuche vor allem dokumentarische Bilder, lässt am Ende aber auch einen Hauch von magischem Realismus zu, der einen zauberhaften Sog entwickelt.VES
Carla Simón:
„Romería: Das Tagebuch meiner Mutter“ (Piffl Medien).
★★★★☆ Sehenswert