UNSERE KURZKRITIKEN

Schicksal einer Bergbäuerin

von Redaktion

Das zweite Buch um die Bergbäuerin Vroni Grasegger, auch ohne Vorkenntnisse von „Heumahd“ gut lesbar, spiegelt das bäuerliche Leben Ende des 19. Jahrhunderts im Werdenfelser Land wider. Geschickt verknüpft die Historikerin Susanne Betz in der Familiensaga fiktive Personen mit realen. Sie erzählt von einer vermeintlich heilen Welt in den Bergen. Die ist geprägt von Traditionen und Erwartungen, von Glauben und Aberglauben. Es gab harte Arbeit, eine große Abhängigkeit vom Wetter, ansonsten wenig Annehmlichkeiten. Wir erfahren von einer Welt, die von Porträtmaler Wilhelm Leibls mit Beschaulichkeit geadelt wurde. Auch der technische Fortschritt (der erste Daimler-Benz-Motorwagen), wissenschaftliche Erkenntnisse (Beschreibung des Down-Syndroms) und die Geschäftstüchtigkeit einzelner Bauern finden Eingang in den Roman. Liebe und Unfrieden, Freude und Verlust – über allem lauert das Schicksal. Ein historischer Roman, detailfreudig und glaubwürdig. ELK

Susanne Betz:

„Johannifeuer“. C. Bertelsmann Verlag, 304 Seiten; 23 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

Artikel 4 von 6