„STECKERLFISCHFIASKO“ GLÄNZT TROTZ LEICHTER ERMÜDUNG

Wie ein Abend mit Freunden

von Redaktion

Die Familie ist zurück, hier mit Haushaltshilfe Julika (Lara Mandoki, 2. v. l.).

Nach dem „Rehragout-Rendezvous“ standen die Zeichen auf Sturm. Autorin Rita Falk, die geistige Mutter des Dorfpolizisten Franz Eberhofer, war nicht amüsiert. Zu ordinär schien ihr das Drehbuch. Unklar, ob es eine weitere Zusammenarbeit geben würde zwischen ihr, dem Team von Regisseur Ed Herzog und der Darstellerriege rund um Sebastian Bezzel, Lisa Maria Potthoff, Simon Schwarz, Gerhard Wittmann, Eisi Gulp und Enzi Fuchs. Gab es nach einem Jahr Bedenkzeit doch. Alles andere wäre angesichts der bisher immer noch ungebrochen erfolgreichen Produktionen auch kaum denkbar gewesen. Das Ergebnis, der zehnte Film der Eberhofer-Reihe mit dem üblichen Essens-Titel „Steckerlfischfiasko“, ist wieder hübsch geworden.

Allerdings lassen sich bei diesem zehnten Aufguss erste Ermüdungserscheinungen erkennen. Der liebenswerte Schluffi-Charme ist ein bisschen verweht, aus der Beziehung von Franz und Susi ist spürbarer als früher die Luft raus. Nicht nur, weil sie als wahlkämpfende Bürgermeisterkandidatin die meiste Zeit über sehr angestrengt wirken soll. In „Steckerlfischfiasko“ wirken der Franz und seine Susi manchmal genauso verhärmt und verbittert wie viele Paare kurz vor der Trennung. Simon Schwarz darf als Rudi Birkenberger mal wieder Unsinn faseln, aber auch eine ganze Menge Kluges und Bedenkenswertes. Christian Tramitz als Steckerlfisch-König der Kirmes von Niederkaltenkirchen liegt plötzlich leblos im Spa-Bereich seines Golfclubs herum, und nicht nur nach Ansicht seiner aus London eingeflogenen Tochter Tessa (Ruby O. Fee) hätte nahezu jeder aus dem beschaulichen Ort ein Motiv gehabt, den „Papsi“ zu töten.

Innovation gegen Tradition, Ignoranz gegen Toleranz – die Frontverläufe der Niederkaltenkirchener Bürger werden in „Steckerlfischfiasko“ andauernd neu justiert. Als Zuschauer steckt man sofort wieder mittendrin, wie bei einem Treffen mit alten Freunden. Deren Geschichten sind ja auch oft nicht mehr ganz so aufregend, wie sie meinen. Und trotzdem verbringt man einen schönen Abend mit ihnen.ULRIKE FRICK

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