In den USA war das Erscheinen von „Fremde“ eine kleine Sensation. Seit Monaten hält sich das autobiografische Debüt von Belle Burden, Harvard-Juristin aus einer Familie des US-Geldadels, auf der Bestsellerliste. Oprah Winfrey griff zu, Netflix will das Buch mit Gwyneth Paltrow verfilmen. Die Story kennt man. Ein Mann verlässt Frau und Kinder für eine andere, unerwartet, unbarmherzig. Was habe ich falsch gemacht? Was übersehen? Das fragt sich Belle, erzählt und analysiert ihre Liebe vom Anfang bis zum bitteren Ende. Ernsthaft, emotional, verbittert, hoffnungsvoll. Wir erleben 20 Jahre vermeintliches Glück, die Achterbahnfahrt der Gefühle nach der Trennung, die Reaktionen der Gesellschaft. Burdens Ehe-Memoir ist fesselnd, ergreifend und kann auch als Empowerment für Frauen gelesen werden. In Amerika ist es auch deshalb so erfolgreich, weil es den Lesern erlaubt, einen Blick hinter die Fassaden der feinen Society zu werfen.SL
Belle Burden:
„Fremde“, Luchterhand, 304 Seiten; 24 Euro.
★★★★★ Hervorragend