Für die Kunstfreiheit

von Redaktion

Bundesweites Bündnis formiert sich

Kulturminister, Verbände und Kirchen haben zum Schutz von Kunst und Kultur vor demokratiefeindlicher Einflussnahme aufgerufen. 100 Jahre nach der Eröffnung des historischen Bauhaus-Standortes Dessau in Sachsen-Anhalt bezog ein bundesweites Bündnis aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur und Kirchen mit einem „Bauhaus-Manifest“ Stellung. Zudem bekannte sich die Kulturministerkonferenz der Bundesländer in einer „Dessauer Erklärung“ zur Kunstfreiheit.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt, in dem die AfD eine absolute Mehrheit erreichen könnte. Das Bauhaus gehört zu den Feindbildern der im Bundesland seit 2023 als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei, die dort eine als patriotisch deklarierte Kulturpolitik anstrebt.

Mit dem „Bauhaus-Manifest“ werde ein Zeichen für Freiheit, Offenheit und Kreativität gesetzt, hieß es. Die 1919 in Weimar gegründete und 1926 in Dessau neu eröffnete Kunst-, Design- und Architekturschule müsse gegen populistische und demokratiefeindliche Angriffe verteidigt werden. Das historische Bauhaus in Dessau wurde 1932 auf Antrag der NSDAP geschlossen, 1933 wurde auch der danach neu eröffnete Standort in Berlin aufgelöst.

Die enorme internationale Wirkung des Bauhauses, das heute zum Unesco-Welterbe gehört, beruhe auch auf dessen Haltung, heißt es im Manifest. Dazu gehörten der „Mut zur kühnen Vision“, das Vertrauen in die Freiheit des künstlerischen Denkens und die Überzeugung, dass nur eine offene Gesellschaft die Kraft zur kulturellen Erneuerung aufbringe. In der „Dessauer Erklärung“ betonten die Kulturminister, die Freiheit der Kunst und der Meinungsäußerung müsse in allen deutschen Ländern gewährleistet werden.

Gefährdung der Demokratie durch AfD

Es bleibe Aufgabe der Kulturpolitik, Räume zur Ausübung dieser Freiheiten zu schützen, betonen die Minister. Kunst und Kultur müssten ihre Wirkung ohne politische Vorgaben und ohne Angst vor finanziellen Sanktionen oder anderen Formen von Zensur entfalten können.

Erstunterzeichnende des „Bauhaus-Manifests“ sind unter anderem der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Manos Tsangaris, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos), die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Andrea Gebhard, und die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. Aus den Kirchen gehören der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige und der leitende Geistliche der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Karsten Wolkenhauer, dazu. Es gehe um die Freiheit des künstlerischen Denkens, Offenheit gegenüber neuen Ideen und die Überzeugung, dass kulturelle Innovation einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft leisten kann.YVONNE JENNERJAHN

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