UNSERE KURZKRITIKEN

Theater für zu Hause

von Redaktion

Bis Ende September sind Münchens große Schauspielbühnen in den Ferien. Wer nicht auf Theater verzichten will, kann in dieser lebendig erzählten Biografie davon lesen. Anna Opel porträtiert in „Now!“ eine besonders prägende Figur der freien Szene. Vor 100 Jahren wurde Judith Malina als Tochter eines Rabbiners und einer theaternarrischen Mutter in Kiel geboren. Die Familie emigrierte rechtzeitig nach New York. Dort gründete Malina 1947 mit ihrem „Partner in Crime“, Julian Beck, das Living Theatre. Eine Kunst- und Lebensform, ästhetisch beeinflusst von Erwin Piscator und getragen von der ethischen Basis des Judentums: Tikkun Olam! (Heile die Welt). Das Living Theatre glaubt, mit Kunst die Welt ändern zu können. Die Gruppe ist ästhetisch und politisch gleichermaßen kompromisslos und wird nach Startschwierigkeiten weltberühmt. Opel macht ihre intensiven Recherchen immer wieder zum Thema. Das kann man eitel finden, sorgt aber beim Lesen auch für große Unmittelbarkeit.LEIC

Anna Opel:

„Now!“. Aviva Verlag, 296 Seiten; 24 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

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