KLASSIK-ALBUM

Verdi ohne Mätzchen

von Redaktion

Ein typischer Welser-Möst eben – was dem Stück ganz guttut: keine Mätzchen, kein Chichi, grundehrlich, straff, auf die Substanz der Partitur vertrauend. Verdi dirigiert der Österreicher selten. Die Messa da Requiem mit dem Cleveland Orchestra lässt ein erstklassiges Orchester hören und einen Chor, der nicht mit Schaum vor dem Mund singt, sondern weich, klanglich gerundet. Und doch wird man mit der Sache nicht recht froh. Ein wenig mehr vom Überwältigungscharme des Stücks wäre schön. Die Aufnahmetechnik ist teils merkwürdig, rückt sie doch das Solo-Quartett über Gebühr in den Vordergrund. Bei Bassist Tareq Nazmi ist das kein Problem, im Gegenteil, erst recht nicht bei Sopranistin Asmik Grigorian. Doch Mezzosopranistin Deniz Urun klingt ausgesungen, Joshua Guerrero gestaltet wie ein italienischer Klischeetenor.TH

Verdi:

Messa da Requiem, Cleveland Orchestra, Franz Welser-Möst (CO).


★★★☆☆ Annehmbar

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