Wie im richtigen Leben: Penelope Cruz und Javier Bardem spielen in „Bunker“ ein Ehepaar. © Raúl Terrel
Robert Pattinson als zwielichtiger Fernsehjournalist, Penélope Cruz und Javier Bardem als Ehepaar auch auf der Leinwand, dazu der sehnlichst erwartete neue Spielfilm von Werner Herzog: Die 83. Filmfestspiele Venedig versprechen wieder eine hochkarätige Gästeliste. Vom 2. bis 12. September werden auf dem Lido neue Filme internationaler Regiegrößen gezeigt. Auffallend dabei: Wie in Cannes laufen auch in Venedig keine großen Blockbuster-Hollywood-Produktionen. Kurz vor dem Festivalstart wurde nachträglich ein Film über den Gaza-Krieg in den Wettbewerb aufgenommen.
Einer der meist erwarteten Wettbewerbsfilme ist „Primetime“ von Lance Oppenheim. Robert Pattinson spielt darin den US-Fernsehjournalisten Chris Hansen, der mit einer umstrittenen Sendung bekannt wurde: Für „To Catch a Predator“ wurden mutmaßliche Sexualstraftäter mit versteckter Kamera überführt und anschließend öffentlich bloßgestellt.
Ein Promipaar aus der realen Welt spielt auch im Film ein Ehepaar: Penélope Cruz und Javier Bardem kommen mit „Bunker“ von Florian Zeller nach Italien. Bardem spielt einen Architekten, der den Auftrag eines Tech-Milliardärs annimmt, einen unterirdischen Schutzraum zu bauen. Für seine Frau, verkörpert von Cruz, wird das Projekt zum Anlass, die gemeinsamen Werte und schließlich die Ehe infrage zu stellen. Auch „Bunker“ läuft im Wettbewerb. Zeller landete mit „The Father“ 2021 bereits einen Oscar-Erfolg.
Die größte Aufmerksamkeit fernab des Wettbewerbs dürften die Oasis-Brüder auf sich ziehen. Außer Konkurrenz läuft eine Dokumentation über Liam und Noel Gallagher. Im Mittelpunkt steht die Wiederannäherung der zwischendurch zerstrittenen Brüder und ihre gemeinsame Reunion-Tour. Festivaldirektor Alberto Barbera kündigte an, dass die Musiker nach Venedig kommen wollen.
Für den deutschen Film ist Werner Herzog im Hauptwettbewerb vertreten. Sein neuer Film „Bucking Fastard“ erzählt von Zwillingsschwestern, die ein ungewöhnlich enges Leben führen. Sie sind sich so nah, dass sie mit einer Stimme sprechen, denselben Mann lieben und dieselben Träume haben, wie es in der Filmbeschreibung heißt. „Bucking Fastard“ ist laut Berichten von einem echten Fall inspiriert.
Medien zufolge lehnte Herzog einen Slot beim Festival in Cannes ab, weil der Film nicht im Hauptwettbewerb laufen sollte. Laut „Variety“ wünschte er sich durch einen Platz im Wettbewerb mehr Aufmerksamkeit. Politisch brisant dürfte es in Venedig mit „Naza“ werden. Der Film über den Gaza-Krieg stammt von Yuval Abraham und Rachel Szor. Beide gehörten zum Regieteam des 2025 mit einem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilms „No other Land“, der auf der Berlinale 2024 eine Kontroverse auslöste. Zum Auftakt wird „Ink“ von Danny Boyle gezeigt, hier geht es wie in „Primetime“ um den Medienbetrieb. Der „Trainspotting“-Regisseur erzählt in „Ink“ aus der Welt des britischen Boulevardjournalismus. Jack O’Connell spielt einen kompromisslosen Zeitungsredakteur. LISA FORSTER