UNSERE KURZKRITIKEN

Seltsames aus der Zwischenwelt

von Redaktion

Eine Mutter hält Winterschlaf. Wie ein Tier. Steigt jeden Herbst wohlgenährt in die Tiefen ihres Kellers und ihrer Träume. Im Frühling erwacht sie und wird von ihren Kindern und dem Großvater aufgepäppelt. Dann muss sie liefern. Erinnerungen, Visionen, Prophezeiungen aus der Zwischenwelt, die Menschen hungern danach, reisen an aus weiter Ferne und zahlen Geld dafür. Erzähler dieser verstörenden Geschichte sind die seltsamen Zwillinge. Es ist ein bizarrer, auf eigenwillige Art poetischer Roman, mit dem Mario Petuzzi sein literarisches Debüt gibt. Ganz klar beeinflusst vom magischen Realismus konstruiert er diese surreale, archaische Chronik eines Sommers, die dennoch in und mit der Gegenwart spielt. „Winterschlaf“ ist nicht immer schlüssig, entwickelt aber einen verführerischen Sog.SL

Mario Petuzzi:

„Winterschlaf“, Diogenes, 240 Seiten; 24,95 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

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