Unsere Festspiel-Oscars 2026

von Redaktion

Höhepunkte und Niederlagen: Eine – nicht immer ernst gemeinte – Bilanz in Bildern

Beste Quote: Exakt 193.474 Menschen sahen „La traviata“ auf der Bregenzer Seebühne. Die Nachfrage überflügelte die Qualität der Inszenierung. © Gian Ehrenzeller

Bester Besonderling: Georg Nigl setzte in Salzburg nicht nur seine kultigen Nachtmusiken fort, sondern halste sich noch Dusapins „Passion“ und Henzes „Homburg“ auf. © Borrelli

Bester Dirigent: Ohne Christian Thielemann, Lustmusiker und Überbescheidwisser, wäre der Bayreuther „Ring“ nur eine Fußnote geblieben. © Matthias Creutziger

Zweitbester Dirigent: Maxime Pascal brachte uns und sogar die Wiener Philharmoniker in Salzburg dazu, Messiaens „Saint François“ zu lieben. © Simon Gosselin

Beste Aufführung: „Saint François d‘Assise“ bei den Salzburger Festspielen. Regisseur und Ausstatter Romeo Castellucci schoss damit den Vogel ab, Titelrollen-Sänger Philippe Sly ging ins Kloster – zur Vorbereitung. © Monika Rittershaus

Bester Bildschirmschoner: Der Bayreuther „Ring“ mit seiner KI-Bilderflut ließ den Konsum an Kopfschmerztabletten auf dem Grünen Hügel rapide ansteigen. © Enrico Nawrath

Bester Nebendarsteller: Michel Friedman hielt eine wichtige Rede mit Schönheitsflecken – die Bayreuther Historienbewältigung begann nicht erst mit ihm. © Daniel Vogl/epd

Bester Arbeitsloser: Markus Hinterhäuser, geschasster Salzburger Intendant, trat trotzdem auf – bei einer VIP-Runde, in zwei Konzerten und oft im Publikum. © Michael Tinnefeld/API

Goldene Himbeere: Hollywood „ehrt“ mit dem Anti-Oscar traditionell den schlechtesten Film – im Festspielsommer traf dies „Ariadne auf Naxos“ in Salzburg. © Thomas Aurin

Bester Doppelagent: Nicholas Brownlee war nicht nur ein grandioser Wotan in der gefeierten Münchner „Walküre“ (Bild), sondern auch Bayreuths Giga-Holländer. © Rittershaus

Bestes verzichtbares Stück: „Rienzi“ wurde erstmals fürs Bayreuther Festspielhaus reanimiert. Eine mittelprächtige Blut-, Schweiß- und Tränen-Aktion. © Enrico Nawrath

Beste Sauerei: Menschen als Viecher, die über Menschen nachdenken – Elfriede Jelineks „Unter Tieren“ schwankte in Salzburg zwischen Schmarrn und Apokalypse. © Tommy Hetzel

Nun sind sie alle überstanden, die Premieren des diesjährigen Festivalsommers. Und nicht nur das: An diesem Wochenende endet die Festspielsaison mit ihren schier unzähligen Bühnenproduktionen und Konzerten. Hunderttausende pilgerten nach Salzburg, Bayreuth, Bregenz oder zu anderen Brennpunkten der Kultur. Was waren die Höhepunkte? Wer oder was hat eine Auszeichnung verdient? Wer nur bedingt oder gar nicht? Und wer hat sich womöglich blamiert? Letzteres muss gar nicht schlimm sein, das Scheitern gehört schließlich zur Kunst dazu. Ein – manchmal nicht ganz ernst gemeinter – Rückblick auf die vergangene Hoch-Zeit des Kulturjahres. And the Oscar goes to…MARKUS THIEL

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