Um die Jahrtausendwende war Shania Twain die ganz große Nummer im Pop. Welthits wie „That don’t impress me much“ oder „Ka-Ching!“ liefen auf Dauerschleife. Danach kamen schwere Zeiten für „Big Miss Twain“: Stimmverlust, Scheidung von Ehemann und Erfolgsproduzent Mutt Lange. Mit 60 besinnt sich die Kanadierin, die nie das klassische Nashville-Girl war, nun auf ihre Wurzeln. Ihr Album „Little Miss Twain“ ist eine entspannte Country-Platte voller Herz, Patina und Altersweisheit. Mit reifer, rauer Stimme liefert sie ansteckende Ohrwürmer („Stranger Things“), gibt dem Pferdchen die Sporen („Quit my Life“) oder verfällt in satten Südstaaten-Blues („I’d be loving me“). Im charmanten Titelsong verrät sie: „Meine Mutter meinte immer, ich werde die nächste Tanya Tucker“ – nun singt sie das Lied mit dem Country-Superstar. Ein unterhaltsamer Ritt für alle bayerischen Cowgirls und Cowboys.JH
Shania Twain:
„Little Miss Twain“ (Republic/Universal).
★★★★☆ Hörenswert