Ein neuer Fall für Interpol. Die Band mit dem kriminalistischen Namen bringt ihr mittlerweile achtes Album heraus und ist somit eine der letzten Überlebenden des Rock-Revivals Anfang der Nullerjahre um Bands wie die Strokes oder Yeah Yeah Yeahs. Interpol borgten sich ihren Sound bei den legendär morbiden Joy Division – und sie bleiben sich auf „This Mirror weighs a Ton“ treu. Das Titelstück schlurft wie in Zeitlupe zu Gitarrenklingeln, und Paul Banks erhebt seinen dramatischen und zugleich resignierten Bariton wie einst Ian Curtis und singt über die unerquicklichen Aspekte des Daseins. Mit „Wings of Fire“ und „Iron City“ sind knackige Rocker dabei, und „Wake up“ galoppiert auf lebhafter Percussion. In „Ever the Actor“ scheint mal die Sonne rein, in Form eines Streicherarrangements. Aber insgesamt ist das in New York aufgenommene Werk wieder eine Übung in Düsternis. Passt gut in diese Zeit.LÖ
Interpol:
„This Mirror weighs a Ton“ (Partisan).
★★★★☆ Hörenswert