SALZBURGER FESTSPIELE

Wer macht’s mit Barrie?

von Redaktion

Barrie Kosky, Regisseur. © dpa

Das „Vorsingen“ war in der vergangenen Woche: Am 1. September hatten die Salzburger Entscheidungsträger die Kandidatinnen und Kandidaten für die künftige Salzburger Festspiel-Intendanz antreten lassen. Der engere Favoritenkreis gewissermaßen, aus dem eine Person schon seit Längerem herausragt: Barrie Kosky, Regisseur, Ex-Chef der Komischen Oper Berlin und seit Jahren mit seinen Inszenierungen in Salzburg aktiv.

Für viele ist der 59-Jährige die Idealbesetzung. Auch er selbst kann sich den Posten vorstellen, wie aus seinem Umfeld kolportiert wird. Das Problem: Sein Regie-Kalender ist mehr als voll, für Salzburg kann er nicht einfach das Gros der Aufträge zurückgeben. Immer mehr rückt daher eine Tandem-Lösung ins Blickfeld, die – so wird erzählt – Kosky ganz praktisch findet. Nach den zurzeit üblichen Vergabegesichtspunkten wäre dies eine Frau. Auch hier kursieren Namen, Sophie Lint zum Beispiel, Direktorin der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam. Aus dem Favoritenkreis raus ist offenbar Elisabeth Sobotka, Intendantin der Berliner Staatsoper. Was abgesehen vom Künstlerischen für Kosky spricht: Er wäre der richtige Mann für die heikle Salzburger Interimszeit. Mit seiner Fantasie und Kreativität könnte er auch in den Ausweichspielstätten akzeptable Produktionen herausbringen. Zudem versteht er es, die Menschen um den Finger zu wickeln. Damit ist das Publikum gemeint, das betrifft aber auch die politisch Verantwortlichen. Derweil dreht sich das Namenskarussell weiter, auf dem auch Peter de Caluwe (früher Chef am Opernhaus Brüssel) oder, für viele überraschend, Viktor Schoner (Staatsoper Stuttgart) vorbeiziehen. Das Kuratorium der Festspiele tagt in diesen Tagen – danach dürfte es Licht ins Dunkel bringen.MARKUS THIEL

Artikel 2 von 7