Eine unter Claus Peymanns Intendanz am Berliner Ensemble entstandene Brecht-Inszenierung ist künftig an Dieter Hallervordens dortigem Schlosspark Theater zu sehen. „Die Kleinbürgerhochzeit“ (Regie: Philip Tiedemann), in der unter anderem Carmen-Maja Antoni („Krauses Glück“) spielt, lief 17 Jahre lang am Berliner Ensemble. Peymann habe der Übernahme mit der Originalbesetzung ans Schlosspark Theater begeistert zugestimmt, sagte Theaterintendant Hallervorden. „Ich freue mich, dass das Stück, das sonst in der Versenkung verschwinden würde, erhalten bleibt.“ Peymann hat sich zum Ende der vergangenen Spielzeit vom Berliner Ensemble mit einigem Groll verabschiedet. Sein Nachfolger Oliver Reese übernahm fünf Inszenierungen aus der Zeit von Peymann, allerdings nicht „Die Kleinbürgerhochzeit“. Premiere am Schlosspark Theater ist am 20. Februar.
Hallervorden selbst ist in der neuen Spielzeit auch wieder auf der Bühne seines Theaters zu sehen, nach ernsteren Rollen jetzt mit einem komischen Auftritt. In dem Commedia-dell’Arte-Stück „Mosca und Volpone“ (Premiere 2. Dezember) nach Stefan Zweig spielt Hallervorden Mosca, den Diener des vermeintlich reichen Venezianers Volpone. Mit der Vortäuschung seines Todes lockt Volpone zahlreiche schmeichelnde Erbschleicher an, die kostbare Geschenke mitbringen. Mosca zieht im Hintergrund die Fäden.
Auch Anouschka Renzi wird am Schlosspark Theater auftreten. Sie spielt die Titelrolle in „Die Kameliendame“ nach Alexandre Dumas d.J. (Regie: Philip Tiedemann). Premiere ist am 10. September. Um die unbekannten Seiten im Leben von Charlie Chaplin geht es in „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“ (Premiere 14. Oktober) von Daniel Colas. dpa