Überfüllte WarteBereiche

Ein Fall für die Notaufnahme?

von Redaktion

Chefarzt Prof. Christoph Dodt aus München Bogenhausen klärt auf, wann man dort wirklich richtig ist

Von Angelika MAyr

Überfüllte Wartebereiche, genervte Patienten und gestresste Ärzte: Dass die Notaufnahmen in Bayern und vor allem in München oft überfüllt sind, ist bekannt. Wir haben Prof. Christoph Dodt, Chefarzt des Notfallzentrums am Klinikum München Bogenhausen, gebeten zu erklären, was ein medizinischer Notfall ist – und was nicht.

„Das ist eine Situation, in der ein Mensch dringende medizinische Hilfe braucht“, sagt Dodt. Wer sich in einer Notaufnahme also einen Termin beim Facharzt und damit die Wartezeit ersparen möchte, ist hier falsch. Einige, die unnötigerweise in die Notaufnahme kommen, haben auch keine Lust oder Zeit, zu normalen Uhrzeiten zum Arzt zu gehen. Viele andere sind sich aber einfach nicht sicher.

„Die erste Frage, die sich ein kranker Mensch stellen muss, ist folgende: Wie schnell brauche ich medizinische Hilfe?“ Hier ist meistens die Schnelligkeit, in der sich die Krankheitssymptome entwickeln und die Beschwerden sich vergrößern, maßgeblich für die Entscheidung, ob man in ein Krankenhaus gehen, einen niedergelassenen Arzt oder außerhalb der üblichen Sprechzeiten eine Bereitschaftspraxis aufsuchen sollte.

„Wichtig ist auch, ob man bei dem auftretenden Problem den Anlass kennt oder ob sich eine Ursache, die eine ungefährliche Krankheit vermuten lässt, nachvollziehen lässt“, sagt Dodt. Wenn ja, dann kann ein Hausarzt aufgesucht werden. Ein Beispiel: „Der plötzliche Rückenschmerz durch eine Muskelverhärtung hat einen klaren Auslöser, meist eine ,dumme‘ Bewegung. Dann spürt man ihn bei jeder Bewegung und deswegen ist die Beweglichkeit eingeschränkt.“ Hier ist der Schmerz zwar oft heftig, kann aber – solange keine Lähmung, Gefühlsstörung und Probleme beim Stuhlgang oder Wasserlassen bestehen – vom Allgemeinarzt untersucht werden. „Denn hier kann eine Ursache im Muskel-Skelettsystem angenommen werden, die meistens keine bedrohliche Ursache hat. Man braucht erst mal kein Röntgenbild, kein CT oder MRT.“

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