Eine kleine Orientierungshilfe für den nächsten Krankheitsfall

von Redaktion

Wann sollte man ins Krankenhaus gehen?

Ein blutender Zeh oder ein Holzsplitter im Daumen? Nicht immer muss man gleich die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen – schon gar nicht am Wochenende. Denn dann und spätabends stehen jedem die Ärzte in den Bereitschaftspraxen zur Verfügung.„Für einen Besuch in der Notaufnahme müssen immer Anzeichen potenziell bedrohlicher Notfälle vorliegen“, sagt Prof. Christoph Dodt. „Die Ärzte in der Notaufnahme sollten eigentlich Patienten behandeln, die in das Krankenhaus aufgenommen werden müssen.“ Der Chefarzt hat eine Check-Liste als Orientierung aufgestellt. Erkennt man bei sich oder einer anderen Person folgende Anzeichen, könnte eine (lebens-)bedrohliche Situation vorliegen. Dann sollte die Notaufnahme aufgesucht werden oder der Rettungsdienst unter der Nummer 112 angerufen werden. Die Anzeichen::

-Plötzliche und starke Schmerzen. Diese sollten auf einer Skala von 0 bis 10 mindestens eine Sieben erreichen (0 = keine Schmerzen, 10 = massivste Schmerzen).

-Plötzliche Luftnot oder eine akut verschlechterte, chronische Luftnot

-Bewusstseinsverlust

-Lähmungen

-Gefühlsstörungen

-Der Betroffene kann nicht mehr stehen. Auch das Gleichgewicht zu halten fällt ihm extrem schwer.

-Das Sprechen fällt schwer.

-Das Sehen ist bei dem Betroffenen gestört und er sieht Doppelbilder.

-Eine Wunde blutet stark. Vor allem sollte man dann schnellstmöglich in die Notaufnahme kommen, wenn die Wunde pulsierend blutet.

-Der Betroffene ist stark verwirrt.

-Es befindet sich sichtbares, frisches Blut im Stuhl.

-Hohes Fieber mit zusätzlicher Verwirrtheit, einer Unfähigkeit zu stehen und/ oder bei starken Schmerzen.

-Nacken(kopf)schmerz sowie hohes Fieber

-Die Zuge ist angeschwollen, und der Betroffene spürt eine Luftnot.

-Das Schlucken ist gestört.

-Der Betroffene spürt Schmerzen in der Brust. Vor allem sollte er dann schnellstmöglich ins Krankenhaus gehen, wenn damit Luftnot, Schweißausbrüche und Angst verbunden sind.

Wann sollte man einen Hausarzt aufsuchen?

„Zu einem Hausarzt sollte man immer dann gehen, wenn die Krankheiten nicht bedrohlich erscheinen und eine verzögerte Diagnostik oder Behandlung vermutlich unschädlich und eine Krankenhausaufnahme nicht notwendig ist“, sagt Dodt. „Das ist vor allem dann der Fall, wenn keine der bereits genannten Warnsymptome auftreten.“ Die weiteren Fälle sind:

-Wer nur eine Beratung wünscht, aber nicht behandelt werden möchte.

-Es handelt sich um eine kleine, nicht stark blutende Wunde.

-Die Verletzungen weisen keine Fehlstellungen auf.

-Es liegt ein fieberhafter Infekt vor, der keine bedrohlichen Begleitsymptome wie Verwirrtheit, der Unfähigkeit aufzustehen, Nackenkopfschmerzen oder starke Schmerzen an anderen Körperteilen nach sich zieht.

-Insektenstiche, bei denen keine Luftnot, Schwellung des Halses oder der Zunge entsteht.

-Zeckenstiche und Sonnenbrand

-Chronische Schmerzen wie ein chronischer Rückenschmerz

-Es muss ein Faden nach einer OP gezogen werden.

-Der Arzt soll eine OP-Wunde kontrollieren.

-Der Betroffene leidet unter Verstopfung oder Durchfall.

-Der Arzt soll eine Krankschreibung oder ein Rezept ausstellen.

Was sollte man machen, wenn man unsicher ist?

Wer für das aufgetretene Problem zuständig ist, kann der kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der kostenlosen Telefonnummer 116 117 einschätzen. „Die Hotline ist rund um die Uhr besetzt“, sagt Dodt. „Sie wird von qualifiziertem Personal bedient, das bei Bedrohungen auch an die 112 weiterleiten kann.“ Den zahnärztlichen Bereitschaftsdienst findet man auf der Internetseite www.notdienst-zahn.de. Er ist nach Regionen aufgeschlüsselt.  ama

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