In Deutschland waren 2016 laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 1,6 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Die meisten waren über 85 Jahre. Diese Zahl der Betroffenen wird wohl bis 2050 auf drei Millionen anwachsen – sofern kein Therapie-Durchbruch gelingt. Oberärztin Dr. Katharina Bürger gibt Tipps, wie man das Risiko zu erkranken verringern kann.
Kann man der Alzheimer-Demenz tatsächlich vorbeugen?
„Es gibt ein paar Hinweise und Ratschläge, die ich geben kann – aber 100 Prozent verhindern kann man die Erkrankung nicht“, sagt Bürger. „Wir wissen, dass alles, was gut zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall ist, auch gut gegen Alzheimer ist.“ Der größte Risikofaktor ist der hohe Blutdruck – und zwar bereits im mittleren Lebensalter. Man sollte ihn deswegen daheim regelmäßig messen und bei Auffälligkeiten behandeln lassen. Er sollte unter 140/90 sein. „Es erscheint mühsam, aber es ist es wert.“
Was kann der Einzelne noch tun?
„Gut ist auch, wenn Sie soziale Kontakte pflegen, mit Freunden diskutieren oder sich um die Enkel kümmern“, sagt Bürger. „All das hält das Hirn auf Trab.“ Eine Zuckerkrankheit sollte gut behandelt sein, Übergewicht sollte man unbedingt reduzieren, einen geistig und körperlich fitten Lebensstil pflegen und nicht rauchen. „Über Ernährung wissen wir wenig, eine mediterrane Ernährung kann man empfehlen, wobei man hiervon keine Wunder erwarten sollte.“
Helfen Kreuzworträtsel, Scrabble und Co?
„Nur bedingt“, erklärt Bürger. „Solange wir gesund sind, sollten wir uns fordern, Neues wagen und über unsere Grenzen gehen.“ Ist jemand bereits dement, sollte man ihn nicht mit Dingen konfrontieren, die er nicht mehr kann. „Er wird das auch nach dem fünften Mal nicht schaffen. Aber er wird so deprimiert und frustriert sein, dass es zu Verhaltensstörungen wie Depressivität oder Aufbrausen kommt.“ Der Patient sollte das machen, was er kann und was ihm Erfolgserlebnisse und Selbstbestätigung bringt. ama