Mythen und Fakten zur Grippeimpfung

von Redaktion

Warum der Impfschutz für Senioren besonders wichtig ist – und warum man sich trotz Spritze noch erkälten kann

Wenn jetzt im Herbst die jährliche Grippeschutzimpfung ansteht, sollten vor allem ältere und chronisch kranke Menschen das Angebot unbedingt nutzen. Denn stecken sie sich an, kommt es bei ihnen häufiger zu Komplikationen als bei Jüngeren. Doch was sollten Sie dazu wissen? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

-Wer sollte sich gegen die Grippe impfen lassen? Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Impfung Menschen mit besonderen Risiken: Dazu gehören – abgesehen von Schwangeren, Ärzten und Pflegepersonal – vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen, aber auch gesunde Senioren ab 60 Jahren. Letztere sollten sich impfen lassen, weil ihr Immunsystem oft nicht mehr so stark ist. Bei ihnen kann eine Infektion mit Influenzaviren daher sehr gefährlich werden – es kommt häufiger zu Komplikationen wie zum Beispiel zu einer Lungenentzündung. Da die Immunreaktion auf den Impfstoff aber ausgerechnet bei älteren Menschen geringer ist, gibt es für ab 65-Jährige einen Impfstoff mit Wirkverstärker.

-Kann man von der Impfung Grippe bekommen? Nein. Der Influenza-Impfstoff, der per Spritze verabreicht wird, enthält nur abgetötete Erreger. Das reicht zwar, um das Immunsystem zu aktivieren – das ist ja der Sinn der Sache –, kann aber keine Grippe auslösen. Wenn die Einstichstelle vorübergehend etwas wehtut, gerötet ist oder leicht anschwillt, muss man sich nicht sorgen. Das zeigt nur, dass das Immunsystem aktiv wird. Es kann auch sein, dass man hinterher müde ist, etwas Fieber bekommt, fröstelt oder schwitzt. Das geht aber in der Regel schnell vorbei. Was deutlich häufiger vorkommt: Jemand lässt sich impfen und fängt sich bald darauf eine Erkältung ein. Das ist aber Zufall: Eine Erkältung wird durch andere Viren ausgelöst, die aber meist in der Zeit grassieren, in der sich viele Menschen gegen die Grippe impfen lassen.

-Kann man sich trotz Impfung erkälten? Ja. Die Grippe-Impfung schützt nur vor Influenzaviren. Eine harmlose Erkältung kann sich der Geimpfte also dennoch zuziehen. Im Gegensatz zur Erkältung, die sich eher langsam anbahnt und oft mit Schnupfen und Halsweh beginnt, treten die Beschwerden bei einer Influenza meist plötzlich auf. Dazu gehört meist hohes Fieber.

-Wie gut schützt die Grippeimpfung? Auch gegen die Influenza bietet die Impfung keinen absoluten Schutz. Wie gut die Schutzwirkung ist, hängt davon ab, welche Virusstämme kursieren. Das lässt sich nur bedingt vorhersagen. Entsprechend ist der Impfstoff in manchen Jahren besser, in anderen weniger gut auf die später kursierenden Viren abgestimmt. Wer sich aber trotz Impfung eine Grippe zuzieht, kann immerhin mit einem milderen Verlauf und weniger Komplikationen rechnen.

-Schützt die Impfung aus dem Vorjahr weiter?

Das Problem: Influenzaviren verändern sich. Um vor den aktuell grassierenden Virustypen geschützt zu sein, ist es daher sinnvoll, sich jedes Jahr mit dem neuen Impfstoff impfen zu lassen. Dafür ist im Oktober und November die beste Zeit. Der Körper braucht nämlich etwa zwei Wochen, bis er sich nach der Impfung gegen die Viren gewappnet hat. Die Grippewelle beginnt meist erst im Januar.  dpa/ae

Artikel 3 von 4