Seitdem sie einen Stift halten konnte, zeichnet Amelie Glienke aus Berlin. Doch nach dem Krieg gab es kaum Papier. Also hat die kleine Amelie auf alles gemalt, was ihr in die Finger kam: auf Zeitungsränder, Butterbrotpapier … Seitdem hat die heute 72-Jährige SEHR viel gemalt. Manche Zeichnungen findest du auch in Büchern wie in allen 22 Bänden von „Der kleine Vampir“ und in „Peter und der Unsichtbare“. Hier gibt dir Amelie Glienke Tipps, wie du einen Menschen besser auf das Papier bekommst:
Der erste Tipp: Zeichne alles nach! Siehst du irgendwo eine Zeichnung – greif sofort zum Stift und male sie ab.
Der zweite Tipp: Menschen sind schwieriger zu zeichnen als Tiere. Denn den Hasen kannst du leicht mit runden und ovalen Formen vorzeichnen und später „zusammenbauen“. Das geht bei einem Menschen nicht wegen der Kleidung. Deswegen solltest du so oft wie möglich deine Mama, deinen Opa oder deine Lehrerin zeichnen.
Der dritte Tipp: Es gibt keinen festgelegten Weg, wie du dein Bild fertig bekommst. Spiele mit deinen Strichen herum, benutze oft den Radiergummi. Und wenn dir die Zeichnung gefällt, ist sie fertig.
Der vierte Tipp: So kannst du einen großen Mann und ein kleines Mädchen der Größe nach richtig zeichnen: Überlege dir, wie oft die Länge des Kopfes in den Körper passt. Ein Beispiel: Rüdigers Kopf passt zweieinhalb Mal in den Körper (von Hals bis Zeh) rein – also ist er ein kleiner Mensch. Große aber passen bis zu sieben Mal in ihren Körper.
Der fünfte Tipp: Beobachte deine Mitmenschen. Wie lang sind zum Beispiel die Arme deiner Mama? Reichen sie bis zur Hüfte oder sogar bis zum halben Oberschenkel? Beobachte sie – und schon lernst du die Proportionen. Denn sind die Arme auf dem Bild zu lang, sieht deine Mama am Ende komisch aus. Und das will ja keiner!