Medizinkolumne

Wie misst man den Blutdruck richtig?

von Redaktion

Egal, ob beim Hausarzt, beim Urologen oder beim Internisten, die erste Untersuchung ist immer die Blutdruckmessung. Sie ist eine einfache, ungefährliche und schmerzfreie Untersuchung und liefert wichtige Informationen über das Herz-Kreislauf-System des Patienten und gibt nicht zuletzt Aufschluss darüber, ob eine Gefährdung für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall vorliegt. Leider ist der in der Praxis gemessene Blutdruck selten normal.

Ist es die ungewohnte Situation oder die Angst vor einem schlechten Untersuchungsergebnis, die den Blutdruck in die Höhe treibt? Das sogenannte Weißkittelsyndrom gibt es wirklich. Denn nichts unterliegt der Psyche so stark wie der Blutdruck. Daher soll der Patient auch zu Hause in der gewohnten Umgebung den Blutdruck messen.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was bei der Blutdruckmessung passiert, wie er richtig gemessen wird und vor allem wann der Blutdruck gemessen werden soll? Gemessen werden zwei Werte: der höhere Druck, der entsteht, wenn das Herz das Blut in den großen Körperkreislauf pumpt (systolischer Blutdruck) und der niedrigere, der herrscht, wenn das Herz erschlafft (diastolischer Blutdruck).

Von einem erhöhten Blutdruck spricht man bei Werten über 140/90 mmHg. Optimalerweise liegt der obere Blutdruckwert zwischen 120 und 130 mmHg und der untere zwischen 70 und 85 mmHg. Die Messungen selbst sollten in Ruhe stattfinden, das heißt nachdem Sie zehn Minuten gesessen oder gelegen haben. Zur häuslichen Blutdruck-Kontrolle stehen verschiedene elektronische Geräte zur Verfügung. Die Messungen am Oberarm oder am Handgelenk liefern dabei vergleichbar genaue Werte. Lediglich bei starkem Übergewicht, das heißt, ab einem Oberarmumfang von mehr als 32 Zentimetern, ist die Messung am Handgelenk genauer.

Und diese funktioniert so: Das Messgerät besteht aus einer aufblasbaren Manschette und einem Sensor. Zunächst wird die Manschette so weit aufgepumpt, bis die Armarterie komplett verschlossen ist und kein Blut mehr hindurchfließen kann. Sie selber merken dann oft ein Kribbeln im Arm, was jedoch nicht gefährlich ist. Der Puls kann jetzt durch den Sensor nicht mehr wahrgenommen werden.

Dann wird die Luft langsam aus der Manschette abgelassen. Das geht so weit, bis erste pulssynchrone Geräusche zu hören sind. Der Wert entspricht dem systolischen Blutdruck. Da der Gefäßdurchmesser durch den Manschettendruck jedoch immer noch verengt ist, entstehen im Blutgefäß turbulente Strömungen, die auch weiter zu hören sind. Wird der Manschettendruck weiter verringert, normalisiert sich der Fluss, sodass keine Geräusche mehr zu hören sind. Der Wert, an dem die Geräusche verschwinden, entspricht dem diastolischen Blutdruck.

Und wann sollte der Blutdruck gemessen werden? Der Blutdruck sollte möglichst am Morgen gemessen werden vor dem Aufstehen, Kaffeetrinken und der Medikamenteneinnahme. Dieser Blutdruck spiegelt die Güte der nächtlichen Blutdruckeinstellung wider. Ist er beispielsweise erhöht, sollte die abendliche Medikamentendosis erhöht werden.

Weitere Messungen sollten ungefähr zwei Stunden nach den jeweiligen Medikamenteneinnahmen erfolgen. Ist der Blutdruck jedoch gut eingestellt, ist weniger oft mehr.

HERZENSSACHE

von Dr. Barbara Richartz

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