Aktuelle Tipps für Senioren

von Redaktion

Blasenentzündung schwer zu erkennen

Wenn es beim Wasserlassen brennt, denken die meisten zu Recht an eine Blasenentzündung. Bei Senioren fehlt aber dieses typische Symptom häufig, berichtet der „Senioren Ratgeber“. Bei ihnen erkennt man eine Blasenentzündung eher daran, dass sie häufiger als sonst zur Toilette müssen, der Urin trüb ist und merkwürdig riecht oder sie Probleme haben, das Wasser zu halten. Ältere sollten bei solchen Anzeichen zum Arzt gehen. Keime aus der Blase können in die Nieren heraufwandern.

Das Gespräch mit dem Arzt ist eine vertrauensvolle Sache. Nicht umsonst unterliegen Mediziner der Schweigepflicht. Für viele Menschen kommt aber irgendwann der Punkt, an dem sie besser eine Begleitperson mitnehmen, erklärt Prof. Jürgen M. Bauer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Das sei der Fall, wenn jemand Symptome einer Demenz zeigt, depressiv ist oder Probleme beim Sprechen hat – zum Beispiel nach einem Schlaganfall. „Der Patient braucht jemanden, der seine Interessen vertritt.“ Außerdem benötigt der Arzt einen Ansprechpartner, mit dem er die Behandlung besprechen kann.

Bei älteren Diabetikern bleiben die typischen Anzeichen einer gefährlichen Unterzuckerung häufig aus. Statt durch Zittern, Schwitzen oder Sehstörungen zeigt sich eine sogenannte Hypoglykämie hier durch Verwirrung oder ein merkwürdiges Verhalten. Darauf weist Dietlind Jander hin, Pflegedirektorin des Evangelischen Zentrums für Altersmedizin Potsdam. Wer einen Älteren mit Diabetes versorgt, sollte diese Anzeichen kennen – und am besten immer Traubenzucker dabeihaben.

„Das lohnt sich nicht mehr, bald sterbe ich eh“ – manche Menschen sagen solche Sätze jahrzehntelang. Auch wenn es nervt, sollten Kinder und Enkel anerkennen: Die eigene Endlichkeit ist etwas, das einen im Alter beschäftigt, erklärt die Psychologin Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. „Es kann jüngeren Menschen nicht schaden, sich damit auseinanderzusetzen.“ Allerdings dürfen sie Grenzen setzen und sagen: „Mama, dieses Thema belastet mich, ich möchte heute nicht darüber reden.“ In dem Fall hilft es, den Fokus etwas zu verschieben. Viele ältere Menschen ziehen ohnehin Bilanz. Warum nicht fragen, ob die Mutter oder der Vater zufrieden ist mit dem, was war? Ob er oder sie noch Wünsche hat? Ob es Dinge gibt, die nicht so gut gelaufen sind oder Rechnungen, die noch offen sind? „Schon hat man aus einem Gespräch über den Tod eins über das Leben gemacht“, sagt Sowinski. So zeige der Zuhörer dem Menschen auch: „Noch lebst du! Genieße es!“

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