Die gängigsten Schmerzmittel: Wie wirken sie? Und wie gefährlich sind sie wirklich?

von Redaktion

Bei welchen Beschwerden sollte man diesen Wirkstoff nehmen?

Paracetamol wirkt äußerst schwach antientzündlich. Angewendet wird es daher vor allem bei Fieber und bei leichten bis mäßigen Schmerzen wie zum Beispiel rheumatischen Schmerzen. Anders als die nachfolgenden Mittel kann Paracetamol während einer Schwangerschaft eingesetzt werden.

Wie wirkt Paracetamol?

Der genaue Mechanismus der schmerzlindernden Wirkung ist unklar. Angenommen wird, dass es im Gehirn – im Serotonin bzw. Stimmungssystem – wirkt. Damit hätte es ein ähnliches Wirkprinzip wie Opioide.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Richtig angewendet, treten nur selten Nebenwirkungen auf. Paracetamol weist keine schweren Nebenwirkungen wie Magengeschwüre im Magen-Darm-Trakt auf. Allerdings kann es zu Übelkeit kommen. Zudem wirkt es nicht blutverdünnend.

Sind Folgeerkrankungen möglich?

Eine dauerhaft hohe Einnahme oder eine einmalige Einnahme von mehr als 10 g (entsprechen mehr als 16 Tabletten) kann zu Leberversagen führen.

Darauf müssen Sie bei der Einnahme besonders achten

Paracetamol hat nur eine äußerst schwache entzündungshemmende Eigenschaft. Es wird deshalb auch nicht zur Gruppe der NSAR gezählt. Bei einer bekannten Überempfindlichkeit oder bei einer schweren Beeinträchtigung der Leberfunktion sollte Paracetamol nicht eingenommen werden. Aufpassen müssen Patienten mit chronischem Nierenversagen oder einer Leberfunktionsstörung: Die Dosis muss vermindert und ein längerer Einnahmeabstand eingehalten werden. Bei einer Überdosierung (mehr als 4000 mg oder etwa acht Tabletten pro Tag) kann es außerdem zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen kommen, die binnen 24 Stunden eintreten können.

Bei welchen Beschwerden sollte man diesen Wirkstoff nehmen?

Acetylsalicylsäure (ASS) wirkt schmerzstillend, antientzündlich, fiebersenkend und blutverdünnend. ASS wird angewendet bei leichten bis mäßig starken Kopf-, Rücken- oder Zahnschmerzen. Ebenso wird es in geringer Dosis von max. 100 mg/Tag zur Vorbeugung von Blutgerinnseln nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall empfohlen.

Wie wirkt der Wirkstoff?

ASS hemmt die Entzündungsmediatoren – also die sogenannten Cyclooxygenasen-1 und -2 (COX-1 / COX-2). Das sind Enzyme, die verantwortlich sind für die Produktion von Schmerz-Botenstoffen. Werden sie blockiert, nimmt das Schmerzgefühl ab. ASS wirkt in kleinen Mengen (30-50 mg für Erwachsene) gerinnungs- und in größeren (2 g) entzündungshemmend.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Richtig angewendet, können Magen-Darm-Beschwerden auftreten wie Übelkeit, Sodbrennen oder Erbrechen, denn die Magenschleimhaut wird geschädigt. Seltene Nebenwirkungen können allergische Hautreaktionen und Nierenfunktionsstörungen sein.

Sind Folgeerkrankungen möglich?

Die Enzyme sind auch für die Magenschleimhaut wichtig, da sie die Bildung mitregeln. So kann es zu Magenblutungen kommen, wenn ASS länger und in höheren Dosen genommen wird. Ebenso sollten Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn aufpassen, da ASS einen Krankheitsschub auslösen kann.

Darauf müssen Sie bei der Einnahme besonders achten

ASS sollte nicht gleichzeitig mit Ibuprofen eingenommen werden, da Letzteres die blutverdünnende Wirkung aufhebt. Ebenso ist Vorsicht geboten bei der gleichzeitigen Einnahme mit Kortison, da das Risiko einer Magenschleimhautblutung steigt. Zudem besteht ein generell erhöhtes Blutungsrisiko, was an der bis zu vier Tage andauernden blutverdünnenden Wirkung liegt. Das sollte auch vor und nach OPs bedacht werden.

Bei welchen Beschwerden sollte man diesen Wirkstoff nehmen?

Ibuprofen wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Die Einnahme wird bei akuten oder chronischen Gelenkentzündungen, Schmerzen in den Muskeln und dem Bewegungsapparat empfohlen.

Wie wirkt der Wirkstoff genau?

Ibuprofen gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika. Der Name, kurz NSAR, leitet sich historisch davon ab, dass die Mittel für die Behandlung von einer Vielzahl an Gelenkerkrankungen, die unter dem Begriff „Rheuma“ zusammengefasst wurden, eingesetzt wurden. Sie werden bei Rheuma und entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. In niedrigeren Dosen (bis 400 mg für Erwachsene) wirkt Ibuprofen schmerzstillend und fiebersenkend, ab höheren Dosen (bis 800 mg) entzündungshemmend, wobei die Tagesdosis zu beachten ist. Ibuprofen hemmt wie ASS Botenstoffe, die für das Schmerzempfinden verantwortlich sind.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Das können wie bei Diclofenac und ASS Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sein, Magen-Darm-Blutungen und Entzündungen der Magenschleimhaut.

Sind Folgeerkrankungen möglich?

Ibuprofen kann bei einer zu hohen Dosierung oder längeren Einnahme zu Magenblutungen, Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) führen. Eine Langzeiteinnahme kann das Risiko eines Herzinfarktes, Schlaganfalls oder einer Nierenfunktionsstörung erhöhen.

Darauf müssen Sie bei der Einnahme besonders achten

Von der gleichzeitigen Einnahme von ASS und Ibuprofen wird abgeraten, da die blutverdünnende Wirkung aufgehoben wird. Das ist für Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung wichtig. Ibuprofen sollte nicht eingenommen werden, wenn eine schwere Nieren- oder Lebererkrankung vorliegt.

Bei welchen Beschwerden sollte man diesen Wirkstoff nehmen?

Bei leichten bis mittleren Schmerzen und Entzündungen wie bei Sportverletzungen oder Verschleißerkrankungen am Bewegungsapparat kann man auf Diclofenac zurückgreifen.

Wie wirkt der Wirkstoff genau?

Diclofenac ist wie Ibuprofen ein nicht-steroidales Antirheumatikum. Zudem fungiert es ähnlich wie Ibuprofen und ASS als COX-Hemmer und wirkt so schmerzstillend.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Es können Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Entzündungen auftreten. Zudem sind Überempfindlichkeitsreaktionen denkbar.

Sind Folgeerkrankungen möglich?

Wird das Medikament länger eingenommen, kann es zu Beeinträchtigungen der Leber- und Nierenfunktion kommen. Auch allergische Reaktionen mit einer Hautrötung sind möglich.

Darauf müssen Sie bei der Einnahme besonders achten

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten auf die Einnahme verzichten, da es das Risiko erhöht. Wird Diclofenac mit ASS oder Ibuprofen eingenommen, kann es zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kommen. Eine längere Einnahme kann das Risiko eines Herzinfarktes, Schlaganfalls oder einer Nierenfunktionsstörung erhöhen. ama

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