Zu Beginn eines neuen Jahres werden gerne Prognosen aufgestellt. Wahrsager haben Hochkonjunktur. Astronomen sind aber tatsächlich in der Lage, präzise vorherzusagen, was sich im kommenden Jahr am Sternenhimmel ereignen wird. Zwei Ereignisse sind von besonderem Interesse: die günstige Marsopposition am 27. Juli und die am gleichen Tag stattfindende totale Mondfinsternis. Sie ist die einzige Finsternis, die in Deutschland zu sehen ist.
Während der abendliche Sternenhimmel zu Jahresbeginn ohne helle Planeten bleibt, sind Mars und Jupiter am Morgenhimmel sichtbar. Der Mars ist dabei Ende Juli am hellsten. Bis zum Sommer wird Mars zum Planeten der gesamten Nacht.
Der Rote Planet kommt am 27. Juli im Sternbild Steinbock in Opposition zur Sonne. Da er Mitte September seinen sonnennächsten Bahnpunkt passiert, ist die diesjährige Opposition eine besonders günstige. Wegen der elliptischen Bahn des Mars wird die geringste Distanz von der Erde erst vier Tage nach dem Oppositionstermin erreicht. Am 31. nimmt Mars mit nur 58 Millionen Kilometer seine geringste Entfernung von der Erde ein.
Nach Untergang der Venus ist Mars im Juli und August der dominierende Planet am Nachthimmel. Auch in kleineren Teleskopen sind dann Details auf der Marsoberfläche zu erkennen. Am Oppositionstag wird Mars vom verfinsterten Vollmond besucht, der ihn relativ weit nördlich überholt – ein sicher spektakulärer Himmelsanblick.
Venus bleibt zu Jahresbeginn verborgen. Sie steht mit der Sonne am Taghimmel. Von Mitte Februar bis September ist sie am Abendhimmel vertreten. Ihren größten Glanz am Morgenhimmel erreicht sie am 2. Dezember. Merkur ist als sonnennächster und kleinster Planet nur wenige Tage im Jahr zu sehen. Jupiter beherrscht zu Jahresbeginn den Morgenhimmel. Im Frühjahr wird er zum Planeten der gesamten Nacht. Der Riesenplanet erreicht am 9. Mai im Sternbild Waage seine Oppositionsstellung zur Sonne. Damit ist seine günstigste Beobachtungsperiode erreicht.
Saturn taucht Ende Januar am Morgenhimmel auf und wird bis Sommerbeginn Planet der gesamten Nacht. Er steht am 27. Juni im Sternbild Schütze der Sonne gegenüber.
Mitte November machen sich die Leoniden bemerkbar. Sie treten am Morgenhimmel in Erscheinung. Das Maximum tritt in der Nacht vom 17. auf 18. November auf, wobei dieses Jahr lediglich mit rund zwanzig Meteoren pro Stunde zu rechnen ist.
Das astronomische Jahr 2018 beginnt bereits am 31. Dezember 2017 vormittags um 10.26 Uhr. Wenn man also zu Silvester um Mitternacht das neue Kalenderjahr begrüßt, ist das Sonnenjahr 2018 bereits 13 Stunden und 34 Minuten alt. In den Morgenstunden des 3. Januar rast die Erde durch ihren sonnennächsten Bahnpunkt. Die Sonnendistanz liegt dann bei 147 097 000 Kilometern – das Sonnenlicht legt diese Strecke in acht Minuten und zehn Sekunden zurück.
Am Nachmittag des 6. Juli erreicht die Erde ihre größte Entfernung von der Sonne. Uns trennen an diesem Tag genau 152 096 000 Kilometer von ihr. Acht Minuten und 27 Sekunden ist das Sonnenlicht dann zur Erde unterwegs, also 17 Sekunden länger als in Sonnennähe Anfang Januar.