Schlafen, fressen und weite Reisen

Was machen unsere Tiere im Winter?

von Redaktion

von Angelika Mayr

-Fledermaus Im Winter haben es Fledermäuse richtig schwer, denn sie finden kein Futter mehr. Und die Flatterer fressen viel! Sie futtern jeden Tag viele, viele Insekten und Würmer. Manchmal kann die Menge ein Drittel ihres eigenes Körpergewichtes sein. Wahnsinn! Und weil es all das Futter im Winter nicht gibt, brauchten die Flatterer einen Trick, wie sie durch die kalten Monate kommen. Ihrer lautet: wenig Energie verbrauchen und dann nicht mehr so schnell Hunger haben. Also bewegen sie sich so wenig wie möglich, atmen seltener und schlafen den ganzen lieben langen Tag kopfüber von der Decke hängend in Kellern oder Höhlen. Hast du schon welche entdeckt?

-Wildschwein Wildschweine sind rau, roh und robust – und rotten sich trotzdem im Winter zusammen. Denn auch ihnen kann es trotz extra angefutterter Speckschicht kalt werden. Um sich also zu wärmen, kuscheln sich die Tiere aneinander. Außerdem wächst Wildschweinen noch vor dem Winter fast am ganzen Körper ein dunkles Fell mit langen Borsten und kurzen feinen Haaren dazwischen. Beides zusammen hält sie schön warm, weil der Raum dazwischen viel zu klein ist, als dass die Kälte von draußen bis zum Körper vordringen kann. Übrigens können auch Wildschweine niesen und husten. Dann haben sie aber keine Erkältung so wie wir Menschen, sondern ihre Lungen sind von einem Wurm befallen.

-Fliege Hast du schon einmal Fliegen im Winter gesehen? Nein? Kein Wunder, denn sobald die Temperatur sinkt, werden die Nervensägen zuerst träge – bis sie sich gar nicht mehr von der Stelle rühren können. Fällt die Temperatur unter null Grad, werden Fliegen starr. Gefriert es draußen sogar, können sie nicht mehr leben. Deshalb legen Fliegen vor dem Kälteeinbruch so viele Eier wie möglich ab. Aus denen entwickeln sich dann im nächsten Frühjahr Baby-Fliegen, die um uns herumsummen können.

-Fisch Draußen ist es kalt, grau, regnerisch und eisig – aber das ist den Fischen in unseren Seen schnurzegal. Denn unter der Wasseroberfläche – und selbst unter einer Eisdecke – hat es immer warme Temperaturen im See, und so „tobt“ das Leben vor allem am Boden. Na ja, sie schieben dort wohl eher eine ruhige Kugel und fressen genüsslich Pflanzen sowie andere Mini-Tiere. Ein Leben wie im Paradies – zumindest aus Sicht eines Fisches.

-Zitronenfalter Diese Flatterer haben eine sehr kluge Strategie entwickelt, wie sie den Winter am besten überstehen. Wie? Der Zitronenfalter entzieht seinem Körper extrem viel Wasser, bündelt seine Körpersäfte und lagert Glyzerin ein. Das ist eine Art Frostschutzmittel, das den Gefrierpunkt aller Körperflüssigkeiten herabsetzt. So kann der Zitronenfalter Temperaturen von bis zu minus 20 Grad überstehen. Toll, oder? Meistens verharrt er dann an einer Stelle. Und selbst wenn Schnee auf ihn rieselt – er bewegt sich nicht. Werden die Tage später wieder wärmer, flattert der Zitronenfalter einfach davon…

-Ameise Eigentlich herrscht in einem Ameisenbau immer ein geschäftiges und vor allem wildes Durcheinander. Aber fallen die Temperaturen im Winter ins Bodenlose, ist alles anders. Dann kehrt in den Haufen auf einmal Ruhe ein. Die Tiere ziehen sich an die tiefste Stelle ihres Baus zurück und fallen in eine Art Winterstarre. Sie bewegen sich nicht. Knackt die Temperatur allerdings sogar die M-Zehn-Grad-Marke, wird es eng für die Krabbler. Das schaffen sie nicht mehr.

-Storch Die Vögel mit den langen Beinen lieben es sommerlich warm und hassen die Kälte. Also verlassen sie uns im Winter gerne, fliegen gen Süden und schlagen ihr Quartier oft im sonnig-heißen Afrika auf. Dort gibt es dann auch wieder Futter in Hülle und Fülle für sie. In Bayern würden die Störche nämlich bei Eiseskälte keine Frösche, Mäuse oder Würmer mehr finden. Aber mittlerweile bleiben immer mehr Störche um diese Jahreszeit in Bayern. Warum? Weil sie auf Diät sind? Mit Sicherheit nicht. Wahrscheinlicher ist, dass unsere Winter wärmer werden. Aber warum die Störche genau hierbleiben, wissen wir Menschen noch nicht. Willst du sie mal fragen?

-Ente Seltsam ist das schon: Während viele andere Vögel im Winter das Weite suchen und in wärmere Länder fliegen, stehen Enten barfuß auf dem Eis oder paddeln genüsslich durch die Eis-Wasser in Bayern. Wie schaffen die das? Dank ihrer kalten Füße! Enten können die Temperatur ihrer Schwimmhäute an den Füßen auf null Grad „herunterkühlen“. Damit sind die Watschler nicht viel wärmer als der Boden – und die Enten frieren nicht fest.

-Waldspitzmaus Besonders pfiffig kommen die Waldspitzmäuse durch unseren Winter: Sie schrumpfen, sobald es kälter wird. Das ist kein Witz! Einige Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben das herausgefunden, indem sie die Köpfe der Waldspitzmäuse jeweils vor und nach dem Winter gemessen haben. Dabei haben sie festgestellt, dass die nur zehn Gramm schweren Tiere in der kalten Zeit an Gewicht abnehmen – und im Frühjahr wieder zunehmen. Und warum machen die kleinen Tiere das? Durch das Schrumpfen sparen sich die Waldspitzmäuse sehr viel Energie, denn ihre Körperoberfläche wird kleiner und so verlieren sie auch weniger Wärme. Sie frieren dann also nicht so leicht. Schlau, diese Waldspitzmäuse!

Artikel 2 von 2