Computerspiele

Baller-Alarm im Kinderzimmer

von Redaktion

Von Jörg Heinrich

Die Eltern von Kindern und Jugendlichen, deren Nachwuchs gern am PC oder an der Konsole zockt, müssen sich neue Fachbegriffe merken. Wer mitreden will, sollte wissen, was „Fortnite“, „Battle Royale“ und „PUBG“ bedeuten. Denn auf YouTube und auf Schulhöfen gibt es derzeit kaum ein spannenderes Thema als diese neuen Spielehits, die millionenfach heruntergeladen werden. Bei den Kids regiert das „Fortnite“-Fieber, bei den Eltern regiert die Ratlosigkeit: Wie viel Gewalt steckt in diesen Spielen? Und wie sieht es mit den bis zu 150 Euro teuren Zusatzkäufen aus? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

-Was ist „Fortnite Battle Royale“?

Dieses Spiel für PlayStation 4, Xbox One und PC ist der erfolgreichste Vertreter des relativ neuen Genres „Battle Royale“. Basis ist das Actionspiel „Fortnite“ der US-Firma Epic Games, das rund 60 Euro kostet. Der Ableger „Fortnite Battle Royale“, der jetzt so viel Furore macht, ist dagegen ein Gratis-Download, für den das ursprüngliche Spiel nicht gebraucht wird. Erst diese Null-Euro-Version hat zu der enormen Popularität auch in Deutschland geführt.

-Um was geht es in „Fortnite Battle Royale“?

Der Titel ist ein „Survivalspiel“ – es geht also darum, möglichst viele Gegner auszuschalten, um damit sein eigenes Überleben zu sichern. Dabei springen bis zu 100 Spieler, die online vernetzt sind, aus einem fliegenden Bus über einer Insel ab. Unten angekommen, beginnt eine Schlacht, bei der nicht nur stumpfes Herumballern zählt, sondern auch taktisches Geschick. Wer konstruiert die besten Verteidigungsanlagen? Wer setzt seine Waffen am geschicktesten ein? Nach diesem Prinzip funktionieren alle „Battle Royale“-Spiele, von denen „PUBG“ („Die Schlachtfelder des unbekannten Spielers“) eines der bekanntesten ist. Das Genre entstand auf Basis des Films „Battle Royale“, in dem Schüler in einem Endzeit-Japan gegeneinander kämpfen. Das Besondere an „Fortnite Battle Royale“ ist der Comic-Look des Spiels, das auf Blut, Leichen und exzessive Gewaltdarstellung verzichtet. Die Medien-Website spieleratgeber-nrw.de stellt dennoch klar, worum es schlussendlich geht: „Die Waffengewalt ist die einzige Möglichkeit, die Runde für sich zu entscheiden.“

-Wer darf „Fortnite Battle Royale“ spielen?

Das Hauptspiel „Fortnite“ hat eine Altersfreigabe ab 12, die auch für den Ableger „Fortnite Battle Royale“ gilt. Die Experten von spieleratgeber-nrw.de raten dennoch, dass Kinder erst zwei Jahre später an den Controller dürfen: „Das Spiel richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren, denn trotz der großen Distanz zur Realität handelt es sich um einen Survival-Shooter, welcher für jüngere Kinder ungeeignete Inhalte behandelt und für empfindsame Spieler/innen zu nervenaufreibend sein kann.“

-Wie sieht es mit den Zusatzkäufen aus?

Das Etikett „Kostenlos“ wirkt verführerisch. Doch schlussendlich will Epic mit dem Gratisspiel vor allem seine Extrapakete verkaufen. Diese Downloads sind extrem teuer: zwischen 39,99 Euro fürs „Standard-Gründerpaket“ und 149,99 Euro fürs „Limitierte Gründerpaket“. Sie enthalten „Skins“ für das Aussehen der Figuren, aber auch neue Spielmodi oder Waffen. Laut Hersteller sollen sich durch die Käufe die Gewinnchancen nicht erhöhen. Dennoch ist die Möglichkeit, sich zum Beispiel durch neue Klamotten abzuheben, für die jungen Teilnehmer im Spiel genauso verlockend wie im richtigen Leben.

-Worauf sollten Eltern achten?

Die Experten aus NRW empfehlen, auf das Mindestalter von 14 Jahren und auf eine Spielzeit von maximal einer Stunde am Tag zu achten. Zumindest zu Beginn sollten Eltern „Fortnite Battle Royale“ gemeinsam mit ihren Kindern spielen. So können sie die Gewaltdarstellung selbst einschätzen und mit ihrem Nachwuchs darüber sprechen. Von Verboten oder von der Verwendung von Spielen als Druckmittel oder Strafe rät spieleratgeber-nrw.de ab. Mit dem Thema sollten sich Eltern auf jeden Fall auseinandersetzen. Denn demnächst erscheinen Versionen von „Fortnite Battle Royale“ für Smartphone und Tablet, für iPhone, iPad und später auch für Android – ebenfalls mit den teuren Extra-Käufen. Und damit beginnt der Rummel um ein neues Spiel erfahrungsgemäß erst so richtig.

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