Ratgeber

„Älter werden ist ein Geschenk!“

von Redaktion

-Sie plädieren in Ihrem Buch für ein „neues Altern“. Was ist denn falsch daran, wie wir jetzt altern?

Wir verlassen uns heute sehr auf eine Infrastruktur, die über Jahre hinweg von der Gesellschaft geschaffen wurde. Stichwort Altersheim. Aber: Will dort jemand freiwillig hinziehen? Die Antwort ist doch fast immer „Nein!“. Jetzt können wir entweder darauf warten, dass die Gesellschaft Neues hervorbringt – oder wir nehmen das Ganze selbst in die Hand, etwa mit intelligenter Planung. Man kann sehr viel an seiner Umgebung ändern und dadurch bewirken, dass man im Alter so leben kann, wie man es gern möchte. Man muss nur sehr früh damit anfangen, dies vorzubereiten.

-Wann am besten?

Hier gibt es verschiedene Themen – und somit verschiedene Zeitpunkte. Es hängt aber alles miteinander zusammen. Im Sinne der finanziellen Altersvorsorge sollte man so früh wie möglich anfangen. Auch die gesundheitliche Vorsorge sollte spätestens ab 40 geplant werden. Inneneinrichtungen sollten spätestens mit 60 ans Alter angepasst sein, und die Nähe zu Freunden und der Familie wird ab 70 besonders wichtig.

-Viele Ihrer Ratschläge beziehen sich auf Familien und Freunde. Was, wenn solche Netzwerke fehlen?

Wenn man keine Freunde hat und vielleicht auch keinen Kontakt zu seiner Familie, so gibt es doch sicher Nachbarn, die man treffen könnte. Man kann sich auch neue Hobbys suchen, um Menschen kennenzulernen. Früher hat ja die Familie die Älteren sozial eingebunden. Heute haben wir viel davon verloren – wir müssen diesen Zusammenhalt also wieder aufbauen. Mit der Familie, aber eben auch mit Freunden, Nachbarn, ehemaligen Kollegen. Mein Rat ist, so schnell wie möglich soziale Netzwerke aufzubauen – und zwar im echten Leben, nicht etwa beim Internet-Netzwerk „Facebook“.

-Könnten Sie uns positive Vorbilder nennen?

Meine Großtante ist so ein Beispiel: Sie hat nach dem Tod ihres Mannes ihr Leben in die eigene Hand genommen. Die wichtigste Handlung war dabei ein Umzug vom Land nach Bad Tölz. Dort war sie nicht mehr vom Auto abhängig – obwohl sie im hohen Alter sogar noch ihren Führerschein gemacht hatte – und sie hatte viele Menschen um sich herum. Sie ist noch in ihrer mobilen und aktiven Zeit umgezogen, damit sie sich ohne Schwierigkeiten einleben konnte. Dies war eine großartige Voraussicht!

-Sie geben in Ihrem Buch 200 Denkanstöße. Nicht gerade wenige. Welcher ist der wichtigste?

Älter werden ist schön! Ein Geschenk! Es ist am wichtigsten, dass man das Verhältnis zum eigenen Älterwerden ändert. Sprich: Man darf keine Angst haben und sich nicht davor verstecken, sondern man sollte offen und aktiv am eigenen Älterwerden teilnehmen.

-Hand aufs Herz: Freuen Sie sich aufs Älterwerden?

Na klar! Ohne das Älterwerden würde ich schließlich nicht mehr leben.

Zusammengefasst von:

Barbara Nazarewska

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