Mein Küchengeheimnis

„Kochen für Freunde ist mir eine Freude“

von Redaktion

von Stephanie Ebner

Wäre es nicht doch besser gewesen, wenn er als junger Bursch nicht auf seinen Vater gehört hätte? Diese Frage hat sich Rudi Schneider oft in seinem Leben gestellt. Er weiß es nicht. „Man kann das Rad nicht zurückdrehen“, sagt der 71-Jährige heute. „So ist es halt.“ Er wirkt nicht unzufrieden, er ist mit sich und seinem Leben im Reinen.

München vor über 50 Jahren: Rudi Schneiders Vater war Metzgermeister in Neuhausen und Vorstand beim Münchner Metzgerverein, doch er wollte partout nicht, dass der einzige Sohn in seine Fußstapfen tritt. Deshalb erlernte Rudi Schneider damals nicht das Metzgerhandwerk wie sein Vater, sondern studierte auf Geheiß seines Vaters Betriebswirtschaftslehre. Später arbeitete er als Geschäftsführer für ein Versicherungsunternehmen.

„Ich war viel im Außendienst unterwegs und hatte so die Gelegenheit, die bayerische Küche in all ihren Facetten kennenzulernen“, sagt er heute. Besonders die fränkische Küche ist dem gebürtigen Münchner so ans Herz gewachsen.

Kochen und Essen ist für Rudi Schneider seit Kindesbeinen an ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. „Eben deshalb habe ich mich ja manchmal gefragt, ob ich nicht doch besser Metzger geworden wäre?“

Schon die Eltern liebten es, am Wochenende aufwendig zu kochen. Rudi Schneider teilt diese Liebe. Als Student zelebrierte er mehrgängige Menüs. Egal, dass er nur eine Kochplatte zur Verfügung hatte. „Die heiße Suppe habe ich in Decken verpackt und so warm gehalten“, sagt er heute mit einem Schmunzeln.

Diese Zeiten sind freilich längst vorbei. Die Küche seiner Lebensgefährtin Renate Schönert in Waakirchen ist bestens ausgestattet. Am Wochenende frönt Rudi Schneider der Koch-Leidenschaft – „wenn ich da nicht vier bis fünf Stunden hinterm Herd stehe, fehlt mir etwas“. Rudi Schneider ist ein leidenschaftlicher Koch, liebt es, für Freunde zu kochen. Kochen ist für ihn reinstes Vergnügen, der Kalender ist voll mit Essenseinladungen.

Von Reisen bringt der 71-Jährige gerne kulinarische Eindrücke mit. „Wenn mir etwas gelungen ist, schreibe ich es auf. Das Rezept kommt dann in meine persönliche Rezepte-Sammlung.“ Sein Ordner steht neben rund 300 Kochbüchern, die sich in all den Jahren angesammelt haben.

Aus Griechenland, das er einst mit dem Rucksack bereiste, hat Rudi Schneider das Rezept für den Lammtopf mitgebracht – „ich liebe die griechische Küche“, sagt der Hobbykoch und schenkt sich nebenbei ein Glas Rotwein ein: „So macht Kochen noch mal mehr Spaß.“

Kochen, das ist aber auch soziales Engagement für Rudi Schneider. Einmal in der Woche ist er Suppenkoch bei der Münchner Caritas, dienstags fährt er zudem für die Münchner Tafel in die Großmarkthalle. Nicht nur selbst genießen, sondern auch abgeben. Das ist die Devise von Rudi Schneider.

Und dann ist es wieder soweit: eine Reise steht an. Im August geht’s nach Breslau. Man darf gespannt sein, welche kulinarischen Erkenntnisse der 71-Jährige dann mitbringt.

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