Mondfinsternis am 27. Juli

Wenn sich der helle Mond verfinstert

von Redaktion

von Angelika Mayr

1 Was ist eine Mondfinsternis? Etwas Besonderes! Nur selten kannst du am Himmel sehen, wie sich der helle Mond verfinstert: Die Mondfinsternis entsteht nur bei Vollmond – und nur dann, wenn der Mond, die Erde und die Sonne genau in einer Reihe hintereinander am Himmel stehen. Wie du vielleicht weißt, kreist der Mond immer um die Erde und diese wiederum um die Sonne. Ist nun die Erde genau zwischen der Sonne und dem Mond, ist der Mond in ihrem Schatten. Auf ihn kann also von der Sonne kein Licht mehr scheinen: Er wird dunkel – man spricht von einer „totalen Mondfinsternis“. Am 27. Juli kannst du sie am Himmel beobachten. Die nächste Mondfinsternis dieser Art gibt es im Jahr 2123.

2 Wie lange dauert so eine Mondfinsternis? Jede Finsternis dauert unterschiedlich lange. Die baldige Mondfinsternis wird eine lange sein. Sie hat schon angefangen, wenn der Mond am Abend des 27. Juli am Himmel aufgeht. Um 22.21 Uhr erreicht sie ihren Höhepunkt: Dann liegt der Schatten der Erde direkt auf dem Mond, er ist stockdunkel. Bald danach wird der Mond wieder heller. Und um 0.19 Uhr endet alles – der Mond ist wieder so hell wie sonst.

3 Kann man die Mondfinsternis überall auf der Welt sehen? Nein! In manchen Ländern wird es dafür zu spät Nacht. Beobachten kannst du die Mondfinsternis zum Beispiel in Europa, Afrika, Asien und Australien. Nicht in dein Fernglas hineinschauen brauchst du in Nordamerika oder den Gebieten nördlich des Polarkreises. Dort ist diese Finsternis nicht zu sehen.

4 Warum sieht man den Mond nicht immer am Himmel? Es stimmt, manchmal sieht es so aus, als wäre der Mond nicht da. Dann ist er vielleicht schon untergegangen. Aber auch oben am Himmel kannst du ihn nicht ständig sehen. Der Grund: Der Mond leuchtet nicht von sich aus. Er wird für uns sichtbar, wenn er von der Sonne angestrahlt wird. Und: Je nachdem, von wo aus sie ihn anscheint und aus welchem Winkel ihre Strahlen auf den Mond fallen, siehst du ihn von der Erde aus als Vollmond oder als Halbmond.

5 Wie erkenne ich, ob der Mond in den kommenden Tagen größer oder kleiner wird? Wenn du nur eine schmale, hell erleuchtete Mondsichel siehst, ist der „Rest“ des Mondes, also seine dunkle Seite, trotzdem noch da. Manchmal erkennst du sie schwach am Himmel. Wenn du wissen willst, ob der Mond zu- oder abnimmt, gibt es eine Merkregel: Krümmt sich die Sichel in die gleiche Richtung wie der Bauch des Buchstaben „a“, ist es ein abnehmender Mond. Passt der Mond in das „b“, bläht er sich auf – er nimmt also zu.

6 Wann kannst du den Mond am besten beobachten? Am 27. Juli! In zehn Tagen. Dann ist Vollmond, sodass du seine Oberfläche mit bloßem Auge gut erkennen kannst. Hast du ein Fernglas, kannst du das auch mal bei Halbmond versuchen. Übrigens: Wir sehen immer nur dieselbe Seite vom Mond. Das liegt daran, dass er sich nicht nur um die Erde dreht, sondern auch noch um sich selbst – allerdings ist er dabei viel langsamer als die Erde. Und da beide Bewegungen in dieselbe Richtung verlaufen, sehen wir eben immer nur eine Mondseite.

7 Wie ist der Mond eigentlich entstanden? Das ist schon sehr lange her: Es war einmal die noch junge Erde, die mit einem anderen, großen Himmelskörper zusammenstieß. Dabei wurden beide teilweise zertrümmert und ihre Stückchen in das All geschleudert. Einige Teile sammelten sich, setzten sich neu zusammen und formten so den Mond. Fortan kreiste er um die Erde. Wie lange braucht er, bis er einmal um die Erde herum ist? 29,5 Tage.

8 Gibt es im Weltall nur den einen Mond? Unser Planet namens Erde hat nur einen Mond, den du nachts oft vom Fenster aus sehen kannst. Aber im All schwirren noch andere Monde herum. Die meisten hat der Planet Jupiter: ganze 69 Monde umkreisen ihn!

9 Aus was genau besteht der Mond? Tief in seinem Inneren ist ein Kern, der wahrscheinlich aus Eisen ist. Das vermuten zumindest Wissenschaftler. Auf seiner Oberfläche ist es öde und trostlos. Dort liegt sehr viel Gestein herum.

10 Und warum ist er so fleckig? Schaust du dir den Mond genauer an, wirst du helle und dunkle Stellen erkennen. „Dort gibt es große Löcher oder tiefe Felsspalten. Sie sind durch Felsbrocken – also Meteoriten – entstanden, die auf dem Mond eingeschlagen sind. In diesen Löchern liegt Staub, der sich wie Schnee anfühlt und wie benutztes Schießpulver riecht. Aber leider könntest du auf dem Mond keine Schneeballschlacht machen: Dort gibt es fast überhaupt kein Wasser – und Schnee wird nun einmal aus Wasser gemacht.

11 Gibt es den Mann im Mond wirklich? Nein, das ist nur eine Geschichte, die sich die Leute seit Jahren erzählen. Manche sagen, dass die dunklen Flecken auf dem Mond aussehen wie das Gesicht eines Mannes. Andere erkennen noch mehr: zum Beispiel einen Hasen oder eine Ente.

12 Gibt es dort oben anderes Leben? Bislang kann auf dem Mond nichts und niemand leben. Denn es gibt dort weder Luft noch Wasser. Und auch keinen Sauerstoff, den aber Menschen oder Tiere brauchen, um zu atmen. Außerdem ist das Wasser so wenig, dass es nicht reichen würde, um genug trinken zu können. Es gibt übrigens auch keinen Hinweis, dass Außerirdische den Mond je besucht haben. Allerdings halten es Forscher der Europäischen Weltraumorganisation für möglich, dass in ein paar Jahrzehnten eine Forschungsstation auf dem Mond entstehen könnte.

13 Aber Menschen waren schon auf dem Mond? Stimmt, bislang haben zwölf Menschen den Mond betreten. Das sind sehr wenige! Der erste war Neil Armstrong aus den USA. Er reiste mit zwei Kollegen mit dem Raumschiff „Apollo 11“ dorthin. Um den Mond am 20. Juli 1969 betreten zu können, musste er sich in einen Raumanzug zwängen. In diesem bekam er Luft zum Atmen. Zum Anziehen dieses weißen Ungetüms brauchte er knapp 45 Minuten. Damit hüpfte Armstrong dann auf den Mond. Übrigens: Seinen Fußabdruck kannst du immer noch sehen. Weil es dort weder windet noch regnet, wurde der Abdruck nie weggewischt.

14 Haben Menschen noch etwas auf dem Mond hinterlassen? Neil Armstrong stellte damals eine Fahne auf, die aber verschwunden ist. Vermutlich ist sie beim Start zum Rückflug von „Apollo 11“ weggeflogen. Aber Armstrongs Kollegen haben später auch Fahnen aufgestellt – und viele sind noch da. Die sind aber jetzt alle weiß. Warum? Die Sonne strahlt auf den Mond so stark, dass die Farben auf den Flaggen ausgeblichen sind. Auch Autos und sogar Golfbälle haben Astronauten dort hinterlassen: Einer von ihnen, Alan Shepard, schwang sogar einen Golfschläger!

15 Sport auf dem Mond: Ist man dort nicht leichter? Richtig, deswegen macht es den Astronauten auch nichts aus, den schweren Raumanzug zu tragen und die großen Geräte aus den Raumschiffen rauszuholen. Die können die Astronauten leicht huckepack nehmen. Warum? Auf dem Mond wiegt alles etwa sechs Mal weniger als auf der Erde. Das bedeutet: Ein Zwölfjähriger, der hier 47 Kilo auf die Waage bringt, würde auf dem Mond nur knapp acht Kilo wiegen. Das schafft bei uns ein Einjähriger. Schuld daran ist die Schwerkraft. Sie verhindert, dass du von der Erde fällst und der Astronaut auf dem Mond bleibt. Sie ist aber nicht überall gleich groß, deswegen ist ein Zwölfjähriger auf der Erde eben schwerer.

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