In Bayern stehen die Sommerferien vor der Tür. Zwar sind wir nicht Fußballweltmeister geworden, aber zumindest sind wir die Urlaubsweltmeister! 75 Prozent der Deutschen fahren nämlich mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. Und egal, ob es die Reise in die Hausberge Münchens oder eine Weltreise ist, letztendlich ist das Ziel immer dasselbe: Wir möchten uns so richtig erholen.
Aber seien wir doch mal ehrlich: Sicherlich können Sie sich noch gut an das vergangene Jahr erinnern – und besonders daran, wie schnell einen der Alltag nach dem Urlaub wieder eingeholt hatte. Und es kommt noch schlimmer, denn wissenschaftliche Tests haben erwiesen, dass es für die Erholung an sich gar keine Rolle spielt, wie lange man unterwegs war.
Bei der Hälfte der Urlaubsreisenden hält der Erholungseffekt leider nur drei bis fünf Tage, also gerade einmal eine Woche, an. 20 Prozent können das Gefühl der Erholung drei Wochen konservieren – und weitere 20 Prozent fühlen sich noch vier Wochen nach dem Urlaub gut erholt. Lediglich jedem Zehnten gelingt es, den Alltagstrott über sechs Wochen hinter sich zu lassen.
Aber wovon reden wir eigentlich? Was ist überhaupt Erholung? Es gibt nämlich Pausen, Freizeit – und die Erholung im eigentlichen Sinne. Bei Pausen handelt es sich lediglich um eine kurze Unterbrechung der regulären Arbeitszeit, um an diesem Tag wieder leistungsfähiger und produktiver zu sein. Freizeit dagegen ist die gesamte Zeit außerhalb der regulären Arbeitszeit, die für den Lebenserhalt, wie beispielsweise Schlafen, Essen, Tätigkeiten im Haushalt oder auch Weiterbildungen, zur Verfügung steht.
Die Erholung im engeren Sinne sollte nichts mit diesen Tätigkeiten zu tun haben. Das sollten Tätigkeiten der Entspannung sein, die natürlich aktiv oder passiv sein können. Und: sowohl den Körper als auch die Seele betreffen.
Warum sich jemand nach dem Urlaub erholt fühlt, ist extrem subjektiv und nicht definierbar. Wie man sich am besten erholt, das wissen die meisten Menschen allerdings recht gut.
Menschen, die überwiegend körperlich arbeiten, bevorzugen häufig eher eine etwas passivere Erholung, etwa ausreichend Schlaf, viel Lesen oder körperliche Entspannung. Menschen, die viel Zeit überwiegend sitzend im Büro verbringen, erholen sich eher bei aktiveren Dingen, wie Sport oder Entdeckungstouren. Aber egal, was Sie tun, der Faktor Zeit und Genuss ist bei der Erholung wichtig.
Dieser Teil der Erholung funktioniert bei den meisten recht gut! Doch was können wir zu Hause tun, um den Erholungseffekt noch möglichst lange zu konservieren?
Zunächst sollten Sie nicht zu abrupt vom Urlaubs- in den Arbeitsrhythmus wechseln. Als Urlaubsrückkehrer sollten Sie zusätzlich versuchen, besonders wohltuende Ferienerlebnisse in den Alltag mit zu nehmen. Das könnten zum Beispiel sportliche Aktivitäten oder Naturerlebnisse sein, die Ihnen in den Ferien gutgetan haben.
Besonders wichtig ist es, sich ganz aktiv und wiederholt an die schönen Tage zu erinnern. Und da es für die anhaltende Erholung gar keine Rolle spielt, wie lange Sie unterwegs waren, sollten Sie sich alle paar Wochen auch einmal eine kürzere Auszeit gönnen. Denn lieber jeden Tag ein Stück Urlaub, als den ganzen Urlaub an einem Stück.
HERZENSSACHE
von Dr. Barbara Richartz