-Leserin: Ich habe einen Herzschrittmacher. Kann ein Induktionskochfeld seine Funktion stören? Die Hersteller schreiben, das sei unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Ich solle „30 cm Abstand“ halten. Bei den hinteren Kochfeldern ist das schwer möglich. Mein Arzt empfahl, das Kochfeld auszutauschen. Was raten Sie mir?
Um Fehlfunktionen zu vermeiden, wird Herzschrittmacher-Trägern in der Tat ein Mindestabstand von 30 Zentimetern zu Induktionsherden empfohlen. Zudem sollten Sie sich in der Bedienungsanleitung des Induktionsherdes vergewissern, ob das Gerät grundsätzlich für Herzschrittmacher-Träger zugelassen ist und ob vom Hersteller zusätzliche Hinweise für sie angegeben werden.
-Leserin, 70: Vor acht Jahren habe ich zwei Stents bekommen, weil die Arterien zu 90 Prozent zu waren. Dabei hatte ich vor dem Eingriff keine Beschwerden. Ist das normal? Jetzt nehme ich täglich „ASS 100“, mein Hausarzt, ein Internist, macht jährlich ein Belastungs-EKG. Müsste ich noch mehr tun?
Häufig führen hochgradige Engstellen in Herzkranzgefäßen lange zu keinen klinischen Symptomen, wie etwa ein Engegefühl in der Brust oder Luftnot. Sie werden daher oft erst durch Belastungsuntersuchungen, also zum Beispiel per Belastungs-EKG, diagnostiziert. Obwohl Sie beschwerdefrei sind, sollten Sie daher auch weiterhin jährlich zu einer Vorsorgeuntersuchung zu Ihrem Hausarzt oder zu einem Kardiologen gehen. Denn bereits durch so einfache Untersuchungen wie ein Ruhe- und Belastungs-EKG sowie ein Herzultraschall lässt sich ein Fortschreiten der koronaren Herzerkrankung (KHK) früh erkennen. Gegebenenfalls kann man dann erneut eine Untersuchung mit dem Herzkatheter durchführen. Als KHK-Patientin sollten Sie zusätzlich zum Aspirin zwingend ein Medikament zur Senkung des Cholesterins einnehmen, also sogenannte Statine.
-Leser, 66: Ich hatte Ende Dezember eine Herzmuskelentzündung, sollte zunächst täglich je eine halbe Tablette „Ramipril“ und „Bisohexal“ (je 2,5 mg) nehmen. Da es mir kürzlich sehr schlecht ging mit Blutdruck unter 100 und Schwindel, sollte ich die Tabletten absetzen. Zurzeit geht es mir gut. Ich schone mich, mache keinen Sport und gehe nur spazieren. Was kann ich noch tun?
Die Herzmuskelentzündung hat bei Ihnen wahrscheinlich zu einer eingeschränkten Herzfunktion geführt. Daher hat Ihnen der Kardiologie zur Unterstützung des Herzmuskels die Präparate „Ramipril“ und „Bisoprolol“ verschrieben. Das ist sehr wichtig, um die Herzleistung langfristig zu stabilisieren. Leider führen beide Medikamente aber auch zu einer Blutdrucksenkung. Das hat sich bei Ihnen durch Schwindel bemerkbar gemacht. Ich würde dennoch versuchen, die beiden Medikamente weiter einzunehmen. Sie können gegebenenfalls versuchen, die tägliche Dosis auf zwei Einnahmen morgens und abends zu verteilen. Mit der Zeit wird Ihr Körper sich an die Arzneien gewöhnen – und der Schwindel vergehen. Sie verhalten sich zudem völlig richtig, indem Sie noch keinen Sport machen. Nach einer Herzmuskelentzündung sollte man mindestens sechs Monate darauf verzichten, um das Herz nicht zu sehr zu belasten. Spaziergänge sind aber absolut in Ordnung. Sehr wahrscheinlich werden Sie auch schon bald wieder belastbarer sein. Abhängig von Ihrer Herzleistung kann man dann auch darüber nachdenken, die Medikamente zu reduzieren.
-Leser, 85: Ich habe Vorhofflimmern, daher nehme ich „Marcumar“, die Dosis bestimme ich per INR-Messung selbst. Laut Arzt soll der Zielwert zwischen zwei und drei liegen. Wenn ich 2,5 mg pro Woche nehme, erreiche ich meist einen INR-Wert von 2,4. In letzter Zeit ist er auf 4 gestiegen, obwohl es keine Veränderung bei Arzneien und beim Essen gab. Woran liegt das?
Leider spielen abgesehen von der Ernährung und den Medikamenten auch viele weitere Faktoren eine Rolle. So können auch akute Erkrankungen wie Fieber oder auch Magen-Darm-Infekte die Gerinnung bei der Einnahme von „Marcumar“ stark beeinflussen. Auch Alkohol kann die Blutgerinnung verändern. Sie sollten daher gemeinsam mit Ihrem Hausarzt nach möglichen Ursachen der Schwankungen des INR-Wertes suchen – und versuchen, diese zu beseitigen. Sollte es weiterhin zu solch starken Schwankungen kommen, sollte man überlegen, Sie auf eines der neuen oralen Antikoagulanzien, kurz: NOAK, umzustellen. Diese Medikamente hemmen auf direktem Weg einzelne Gerinnungsfaktoren. Sie sind sehr einfach anzuwenden. Es gibt zudem deutlich weniger Interaktionen mit Nahrungsmitteln oder Medikamenten. Sie werden auch deutlich schneller abgebaut als „Marcumar“. Darum sind keine regelmäßigen Kontrollen der Gerinnung nötig.
-Leser, 70: Ich leide an arteriellem Bluthochdruck, der nachts nicht genug sinkt (bis 155/90 mmHg, Puls 50). Nach dem Frühstück normalisiert sich der Blutdruck (ca. 120/80 mmHg), steigt spätabends aber wieder – seit ich 2012 meinen Herzschrittmacher habe. „Amlodipin“ hat nicht geholfen. Könnte die Ursache in den Nierengefäßen liegen?
Arterieller Bluthochdruck kann verschiedene Ursachen haben. In fast 90 Prozent aller Fälle entsteht er jedoch ohne erkennbaren Auslöser und wird als essenzielle Hypertonie bezeichnet. In seltenen Fällen können hormonelle Ursachen oder auch Gefäßerkrankungen wie eine Stenose, also eine Verengung der Nierenartieren der Grund für den Bluthochdruck sein. Dies sollte bei begründetem Verdacht – etwa bei jungen Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck – abgeklärt werden. Leider ist die medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck häufig ein länger andauernder und teils schwieriger Prozess, da der Blutdruck im Tagesverlauf abhängig von der Belastung schwanken kann. Da der Wirkstoff „Amlodipin“ bei Ihnen nicht wirksam war, wäre ein Therapieversuch mit einem sogenannten ACE-Hemmer ratsam. Eventuell ließen sich Ihre Blutdruckschwankungen zudem mindern, wenn Sie die Tagesdosis Ihrer Medikamente nicht auf einmal nehmen, sondern auf morgens und abends verteilen.
-Leser: Besteht zwischen Vorhofflimmern und Rhythmusstörungen ein Zusammenhang? Gibt es Vorhofflimmern auch mit regelmäßigem Puls und kann ein Blutverdünner das positiv beeinflussen?
Tatsächlich ist Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung in unseren Breiten und zudem eine häufige Ursache für ambulante Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte. Mit steigendem Lebensalter erhöht sich das Risiko, daran zu erkranken. Aktuellen Daten zufolge tritt Vorhofflimmern bei etwa jedem zehnten über 80-Jährigen auf. Patienten mit Vorhofflimmern spüren häufig einen schnellen und unregelmäßigen Puls. Es gibt jedoch auch Patienten, die ihren Puls als regelmäßig beschreiben. Bei einem begründeten Verdacht sollte das Herz mit einem EKG untersucht werden. Vorhofflimmern ist zwar selbst keine Rhythmusstörung, die lebensbedrohlich wäre. Es kann aber zu schweren Folgen wie einem Schlaganfall führen. Um das zu vermeiden, sind daher oft Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung erforderlich. Diese haben aber keinen Einfluss auf Häufigkeit des Vorhofflimmers oder auf die Symptome, die es hervorruft.
Zusammengestellt von: A. Eppner.