Dieses Wochenende ist Tag der Ersten Hilfe

Das gehört in die Hausapotheke

von Redaktion

von angelika mayr

-Was gehört in den Erste-Hilfe-Koffer?

Es gibt unsagbar viele Produkte, die – angeblich – in einen Erste-Hilfe-Koffer gehören. Geht es nach Prof. Jörg Schelling aus München, sind diese 18 die wichtigsten:

-Augenkompressen

-Fingerverbände

-Schere

-Dreiecktücher

-Heftpflaster

-Verbandpäckchen

-Einmalhandschuhe

-Verbandstücher

-Kälte-Sofort-Kompresse

-Vliesstofftücher

-Kompressen

-Wundschnellverbände

-Fixierbinden

-Pflasterstrips

-Fingerkuppenverbände

-Rettungsdecke

-Folienbeutel

-Erste-Hilfe-Broschüre

-Sind stets alle Einzelteile notwendig?

„Nein, gerade für den eigenen Medizinschrank oder wenn kleinere Erste-Hilfe-Koffer für eine Reise zusammengestellt werden, müssen nicht immer alle der vorher genannten Einzelteile vorrätig sein“, sagt Experte Schelling. Diese sechs Komponenten sollten aber auf jeden Fall griffbereit sein:

-eine sterile Wundkompresse für größere (Schnitt-) Wunden

-zwei Wundpflaster für kleinere Schnittwunden

-eine Verbandsschere zum sauberen Zurechtschneiden oder Kürzen

-ein Dreieckstuch zur besseren Fixierung und Stabilisierung

-ein Fixierpflaster für die Fixierung des Dreiecktuchs.

-Alkoholtupfer für die Desinfektion (wichtig!)

-Welche Einzelteile sind darüber hinaus noch sinnvoll?

Folgende vier Dinge sollten besser nicht fehlen:

-Eine Erste-Hilfe-Broschüre mit einer Anleitung für die richtige erste Hilfe und mit den geeigneten Maßnahmen ist sehr nützlich. „Das ist besonders wichtig, weil zwar in der Regel fast jede Person irgendwann einmal in ihrem Leben einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat, in Notsituationen kann aber oft noch Unsicherheit und Panik dazukommen“, erklärt Schelling. Denn oft wurden keine regelmäßigen Auffrischungskurse oder Übungen gemacht.

-Eine Überblicksliste mit dem gesamten Inhalt des Koffers ist ebenfalls sinnvoll. „So kann man sichergehen, dass alle wichtigen Einzelteile durchgängig vorhanden sind“, sagt Schelling.

-Im Haushalt gängige Cremes und Medikamente wie Wundsalben, Hydrocortisoncremes, Medikamente gegen Husten und Erkältung sollten außerdem stets griffbereit sein.

-Spezielle Medikamente und ein entsprechender Dosierungsplan sollten nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt im Koffer vorhanden sein. „Fragen Sie Ihren Hausarzt, welche Einzelteile er noch für Ihre Situation daheim empfehlen würde“, rät Schelling.

-Wie sollten die einzelnen Produkte aufbewahrt werden?

Koffer, Tasche oder Beutel – am besten ist, wenn die Einzelteile daheim in einem wasserdichten Behälter aus Plastik aufbewahrt werden. Transparente Behälter haben dabei zudem den Vorteil, dass von außen mit einem Blick erkennbar ist, wo sich die entsprechenden Einzelteile befinden. „Das spart in Notsituationen wertvolle Sekunden“, sagt Schelling.

Eine gute Möglichkeit ist zudem, die einzelnen Komponenten nochmals in sogenannte Zip-Beutel mit Beschriftung zu verpacken. Das kann ebenfalls die Orientierung verbessern.

Um den Behälter selbst dauerhaft zu beschriften, kann man mit einem Permanentmarker „Erste-Hilfe-Kasten“ daraufschreiben. „Auch das Symbol ,Weißes Kreuz auf grünem Untergrund‘ ist möglich und für jeden eindeutig“, sagt Schelling. „Eine Markierung ist wichtig, damit jeder den Koffer im Notfall schnell finden kann.“

-Wo sollte der Erste-Hilfe-Koffer stehen?

Der Verbandskasten sollte für jeden zugänglich, offensichtlich und gut erkennbar positioniert werden. Ein geeigneter Ort wäre zum Beispiel im Badezimmer- oder Küchenschrank. „Es sollte aber immer ein trockener Ort sein, um sicherzustellen, dass sich kein Wasser im Behälter bildet“, erklärt Schelling. „Wichtig dabei ist: Sind Kleinkinder im Haus, sollte man darauf achten, dass sie nicht die Möglichkeit haben, an den Erste-Hilfe-Koffer zu gelangen.“ Zudem kann es manchmal hilfreich sein, auch die Nachbarn über die Lage des Erste-Hilfe-Koffers zu informieren. „So geht im Notfall keine wertvolle Zeit mit der Suche verloren.“

-Wie lange sind die Einzelteile im Koffer haltbar?

Je nachdem, ob die Produkte steril oder eben nicht sind, wurden die Produkte unterschiedlich verpackt. Daher besitzen sie auch andere Haltbarkeiten. Sterile Produkte können je nach Hersteller bis zu 20 Jahre haltbar sein. Die nicht steril verpackten Produkte haben kein vorgegebenes Haltbarkeitsdatum, jedoch empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung, ob der Kleber noch hält. „Wenn Produkte ablaufen oder porös werden, sollte ein neuer Erste-Hilfe-Kasten angeschafft werden“, sagt Schelling. „Oft können auch einfach die einzelnen Produkte ausgetauscht werden – das ist nicht selten eine Frage der Kosten.“

-Ein Verbandskasten für Senioren: Was sollte noch hinein?

Zusätzlich zu den „klassischen“ Einzelteilen können für Senioren folgende fünf Punkte noch wichtig sein:

-Ein Spickzettel mit wichtigen Telefonnummern ist in Notfallsituationen extrem hilfreich, etwa den Notfallnummern von Freunden und/oder der Familie sowie dem Hausarzt und dem Bereitschaftdienst (Rufnummer 116 117).

-Ein Mobiltelefon mit extra großen Tasten und einer speziellen Notfalltaste sollte eventuell auch im Erste-Hilfe-Kasten liegen.

-Nach Rücksprache mit dem Hausarzt sollte eine Diagnoseliste des Patienten vorhanden sein – diese könnte etwa eine Erinnerung an die Einnahme von blutverdünnenden Mitteln beinhalten. Auch eine Angabe von Herzerkrankungen ist wichtig.

-Ein Medikamentenplan mit entsprechender Dosierungsangabe, basierend auf besagter Diagnoseliste, sollte auch im Kasten liegen. Der Plan kann mit „Erste Hilfe“-Medikamenten, zum Beispiel Schmerzmitteln, ergänzt werden.

-Sollte im Haushalt eine demente Person leben, wäre ein Informationsblatt zum adäquaten Umgang hilfreich. Weitere Tipps bekommt man bei seinem Hausarzt.

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