„Das Beste war eine Kröte in der Suppe“

von Redaktion

„1,2,3, Schokolade komm herbei. Hex hex!“ Hast du das auch schon einmal versucht – und es hat nicht geklappt? Keine Panik! Zum Kinostart der „Wildhexe“ an diesem Donnerstag haben wir eine echte Hexe getroffen, die sogar Gummibären kochen kann! Trixi verrät dir, wie das geht – und warum es nicht immer so gut klappt.

VON ANGELIKA MAYR

Wie hast du gemerkt, dass du eine Hexe bist?

Ich habe irgendwann gespürt, dass ich besondere Kräfte bekomme. Es hat so merkwürdig in den Fingern gekribbelt – und ein kleiner Blitz ist mir auch durch den Kopf geschossen. Aber ich war schon immer anders: Ich bin inzwischen schon 375 Jahre alt. Und lebe immer noch!

Du bist 375 Jahre alt?

Ja, und viele sagen mir, dass ich für dieses Alter noch recht gut aussehe! (Lacht.) Einen Mann oder sogar eigene Kinder habe ich aber noch nicht – dafür bin ich zu jung! In Hexenkreisen darf ich erst ab dem 500. Geburtstag daran denken.

Echte Hexen haben einen Besen, einen Raben und ein Muttermal. Hast du das auch alles?

Bislang habe ich nur einen Besenstiel. Den ganzen Besen bekommen Hexen nämlich auch erst, wenn sie 500 Jahre alt sind. Ich habe auch keinen Raben. Bis vor kurzen war immer eine Hündin an meiner Seite, aber die lebt jetzt leider im Himmel … Tja, und ein Muttermal habe ich auch nicht, denn das wächst – wie die Nase – erst ab dem 500. Geburtstag. Wenn übrigens aus dem Muttermal ein Haar herauskommt, weiß ich, dass ich eine böse Hexe bin! Aber ich bin garantiert eine gute.

Was sind denn gute und böse Hexen?

Böse Hexen machen alles, um die anderen zu ärgern. Das ist die schwarze Magie. Ich bin der weißen Magie zugeordnet – und versuche daher alles, um den Leuten eine Freude zu machen.

Kennst du böse Hexen?

Oh ja, am Blocksberg wohnen in meiner Nachbarschaft eine Menge. Aber mit denen will keiner etwas zu tun haben. Wenn ich die treffe, mache ich einen großen Bogen um sie.

Im Märchen „Hänsel und Gretel“ lockt eine böse Hexe die beiden Kinder in ihr Haus. Kann dir oder mir das auch passieren?

So jemanden auf der Straße zu treffen, ja, das ist schon möglich. Aber wenn du auf dich aufpasst und vorsichtig bist, wird alles gut. Bleib Fremden gegenüber immer zurückhaltend – und gehe vor allem nie mit ihnen mit! Ich selbst frage vorher immer erst meine Mama oder meinen Papa, ob das auch o.k. ist.

Warst du mit deiner Mama schon einmal auf einer Walpurgisnacht?

Oh ja, schon sehr oft. Wir Hexen tanzen dann alle um ein Lagerfeuer herum und feiern mit dem Hexentrank. Der ist mega-gut – schmeckt fast wie eine Erdbeerbowle! Außerdem wird die neue Hexenmeisterin fürs nächste Jahr gewählt, und oft verrät mir eine der alten Hexen ein neues Kunststück oder Geheimnis. Das ist spannend!

Kannst du eigentlich immer und überall hexen?

Ich brauche einen Stab, einen Spruch – und vor allem Kinder. Denn nur, wenn die mir helfen und fest dran glauben, funktioniert es auch. Ich bin nämlich eine kleine Schusselhexe – und allein klappt’s meistens nicht so gut. Nur wenn wir alle zusammen den Spruch aufsagen, wirken meine Zauberkräfte.

Helfen dir oft Kinder?

Ja, zum Beispiel brauche ich Hilfe beim Gummibärchen-Kochen. Dann liest einer das Rezept vor und ein anderer macht das, was vorgelesen wird: Er rührt alle Zutaten zusammen, lässt Feuerblitze aus dem Kochtopf aufsteigen und macht mit meinem Zauberstab eine magische Bewegung. Und wenn wir am Ende gemeinsam den Hexenspruch „Tickelti – Tackelti“ sagen, gibt’s Gummibärchen!

Kannst du dir wirklich alles wünschen – vom Schloss bis zum Schleimmonster? Ist wirklich alles dabei?

Alles darf ich dir nicht verraten! Nur so viel: Ich kann Sachen schweben und manchmal verschwinden lassen … Vieles ist schwierig, denn ich bin ja noch nicht so alt, habe also nicht so viel Übung. Vor allem bei Dingen, die man anfassen kann, ist das nicht so einfach. Dafür sind meine Kräfte noch zu schwach.

Und welche Kräfte hättest du denn liebend gerne noch dazu?

Eigentlich brauche ich keine neuen Kräfte. Mit denen, die ich habe, wäre ich zufrieden – wenn sie immer funktionieren würden! Da muss ich noch viel üben. Aber das wird schon, wenn ich älter werde. Da bin ich mir sicher!

Hast du einen Lieblingszauberspruch?

Ich habe nur den einen Spruch, der mir bei der Geburt zugeteilt wurde: „Tickelti – Tackelti“. Das ist der persönliche Spruch von der Hexe Trixi. So wie ich nur einen Namen habe, habe ich nur einen Hexenspruch. (Lacht.) Wenn ich den sage, verschwinden Stofftiere, es erscheinen Blumen – alles ist dann möglich: Alles, was ich mir vorher wünsche, passiert.

Und was machst du, wenn ein Trick schiefgeht?

Dann muss ich schwer schlucken. Und manchmal muss ich sogar weinen – aber nur manchmal! Trotzdem versuche ich es meistens noch einmal. Dann überlege ich mir aber vorher, wie ich’s besser oder anders machen kann.

Hast du schon einmal etwas heimlich gehext?

Hmm … Also, eigentlich … Ja. Aber Heimlichtuerei ist bei Hexen genauso wie bei Menschen: Es ist nicht gut. Verbotenes zu hexen traue ich mich deswegen schon überhaupt nicht. Das kann leicht in die Hose gehen – und dann wird’s unschön.

Und etwas Gefährliches?

Gefährlich ist zum Beispiel das Gummibärchen-Kochen wegen der vielen Blitze. Da sollte man viiiiiel Abstand nehmen und die Schutzbrille auf die Nase setzen. Denn der Blitz ist wie einer vom Himmel – aber noch einmal mal doppelt so groß! Bislang ging aber immer alles gut. Gott sei Dank.

Hast du schon einmal jemanden verhext, der gemein zu dir war?

Ich hab’s mal versucht, aber es klappte nicht wirklich. Ok, seine Suppe hat dann nicht geschmeckt. Aber das war’s schon. So etwas sind böse Zauber – und ich bin ja eine gute Hexe. Ein bisschen den anderen ärgern, das klappt aber auch bei mir. Das Beste war mal eine Kröte in der Suppe (Lacht.)!

Welche Hexe hast du als Vorbild?

Ich mag unsere große Hexenmeisterin sehr gern, denn die kann und weiß unglaublich viel. Bei ihr macht es zum Beispiel „Plopp“, und schon erscheint alles, was sie trinken oder essen will. Auch Süßigkeiten! Sie ist zwar mit mir oft sehr streng, aber sie zeigt mir auch viel.

Was hälst du von Bibi Blocksberg, Harry Potter und der Wildhexe?

Oh, die mag ich alle – wobei die alle schon besser hexen können als ich. Aber mein Leben ist garantiert auch so aufregend, denn ich bin unglaublich viel unterwegs und lerne immer wieder viele neue Kinder kennen. Außerdem passieren mir ebenso viele lustige Dinge: Zum Beispiel hat sich erst neulich ein Rabe einfach so auf meine Schulter gesetzt. Das war toll!

Bist du nicht manchmal neidisch auf sie?

Hmmm … Neidisch bin ich nicht. Das wäre ja auch nicht gut. Stattdessen bewundere ich sie. Ich strenge mich ganz arg an, dass ich auch einmal so werde wie sie.

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