Jeder ist mal schlecht und mal gut gelaunt. Bei Menschen mit einer bipolaren Störung sind Hochs und Tiefs meist viel intensiver. Diese Phasen halten zudem lange an, teils mehrere Wochen. An der Stimmungsachterbahn ist wohl ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn beteiligt. Eine Rolle spielt auch eine genetische Veranlagung.
Eine depressive Phase beginnt meist schleichend mit Ängsten, Konzentrationsstörungen und Schlaflosigkeit. Später werden Patienten oft antriebslos, sind schmermütig und fühlen sich kraftlos. Viele haben keinen Appetit mehr, andere essen umso mehr. Betroffene ziehen sich zurück, sprechen leiser, bewegen sich langsam, vermeiden Blickkontakt, verlieren das Interesse an Sexualität. Viele grübeln, fühlen sich zudem wertlos.
In einer Manie sind Patienten euphorisch und aufgekratzt. Sie können kaum still sitzen, lachen und reden viel, ihre Gedanken rasen. Kommen sie in einen Raum, stehen sie sofort im Mittelpunkt. Selbst schüchternen Menschen fällt es leicht, auf andere zuzugehen. Manche sind sozial und sexuell enthemmt: Sie belästigen dann etwa die Nachbarin oder beleidigen ihren Chef – und schämen sich nach Abklingen der Manie dafür. Manche geraten in einen Kaufrausch oder in einen Größenwahn. In einer Manie begreifen Patienten meist nicht, dass sie sich abnormal verhalten. Sie fühlen sich gut – und verstehen nicht, was daran falsch sein soll. Das gilt besonders, wenn manische Symptome weniger ausgeprägt sind, also bei einer „Hypomanie“. Dann kann die „LifeChart“-Methode helfen, Hochs und Tiefs zu erkennen – wichtig für Diagnose und Therapie. Patienten tragen ihr Befinden dazu in eine Art Stimmungskalender ein. ae