Unbehandelte Funktionsstörungen der Schilddrüse können eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und Herzrhythmusstörungen auslösen. Dies ist aber umkehrbar, wenn die Funktionsstörung behoben wird. Auch milde „latente“ Funktionsstörungen der Schilddrüse führen zu Funktionseinschränkungen des Herzens. Liegt bereits eine solche vor oder besteht ein erhöhtes Risiko hierfür, ist das ein wichtiges Argument für eine – zunächst medikamentöse – Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion. In Fachkreisen diskutiert man, ob auch autoimmun bedingte Erkrankungen der Schilddrüse zu einer „Autoimmun-Myokarditis“, also einer Herzmuskelentzündung und zu einer Herzschwäche führen können. Bewiesen ist das bislang nicht. Solange die Laborwerte der Schilddrüse unter der Behandlung mit „Carbimazol“ im Normalbereich liegen, sollte das Risiko für das Herz nicht erhöht sein. Der allgemeinen Empfehlung zufolge sollte man nach 1,5-jähriger Therapie eines Morbus Basedow den Versuch machen, das Medikament abzusetzen, oder eine nachhaltige Behandlung der Schilddrüse per Radiojodtherapie oder OP in Betracht ziehen. Dies ist jedoch auf Basis der Befunde im Einzelfall abzuwägen.