Durch das sogenannte Tracking („Verfolgen“) bleibt kaum mehr eine Bewegung im Netz unbeobachtet. Laut einer Studie der Firma Ghostery, die Datenschutz-Software anbietet, tracken weltweit 79 Prozent der Internetseiten vor allem für Werbezwecke die Daten ihrer Nutzer – und das über mehrere Websites hinweg. Sie zeichnen also auf, auf welchen Seiten ihre Besucher zuvor waren, wo sie herkommen, für was sie sich interessieren, welche Hardware sie verwenden, wohin sie nach dem Besuch surfen – und vieles mehr. Wir verraten, wie man sich gegen die Rundum-Überwachung wehren kann, und beim Surfen seine Privatsphäre schützt.
Der richtige Browser
Im herstellerunabhängigen Firefox und in Apples Safari, den es auch für Windows gibt, sind mittlerweile zahlreiche Maßnahmen gegen Tracking eingebaut. In der neuesten Firefox-Version 63 werden Tracker kategorisch blockiert, die das Laden von Seiten verlangsamen. Es lohnt sich, mit einem Browser zu surfen, der die eigenen Daten besser schützt – auch am Smartphone mit dem neuen „Firefox Klar“. Das nützt nicht nur der Privatsphäre. Denn Tracking macht Internetseiten durchschnittlich um ein Viertel langsamer und belastet den Akku. 42 Prozent der Internetnutzer in Deutschland verwenden allerdings nach wie vor den Chrome-Browser von Google – das naturgemäß keinerlei Interesse daran hat, Tracking zu reduzieren.
Browser-Plugins
Es gibt zahlreiche Browser-Erweiterungen („Plugins“), die Tracking unterbinden. Dazu gehören beispielsweise DoNotTrackMe für den Firefox oder Ghostery, das mit allen gängigen Browsern funktioniert. Ghostery ist auch als eigener Browser für iOS und Android verfügbar. Wie umfangreich die Überwachung tatsächlich ist, zeigt das Firefox-Plugin Lightbeam seinen Nutzern.
Browser einstellen
Jeder Browser, egal ob Desktop oder Mobil, bietet Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre – die von den Herstellern aber oft nicht standardmäßig aktiviert sind. Es lohnt sich, die Einstellungen im Menü zu seinen eigenen Gunsten zu verschärfen. Selbst Google versteckt im Chrome-Browser unter „Erweitert“ solche Optionen.
Privates Fenster
Das Nutzen des „Inkognitofensters“ (Chrome) oder des „Privaten Fensters“ (Firefox, Safari) verhindert Tracking zwar nicht komplett, sorgt aber zumindest für etwas mehr Privatsphäre. So werden neue Nutzerdaten nach dem Schließen des Fensters gleich wieder gelöscht, und andere Daten gar nicht erst übertragen.
Mehrere Browser
Wer verhindern will, dass die großen Datensammler zu viel von der eigenen Internetnutzung mitbekommen, sollte sowohl mobil als auch am Schreibtisch mehrere Browser nutzen. Also zum Beispiel Firefox für Google und für soziale Netze, und Safari fürs restliche Internet. Gerade für Android-Nutzer ist zudem Opera Touch eine schnelle, sichere und einfach bedienbare Alternative zum Standard-Browser Chrome.
Einstellungen ändern
Sowohl Facebook als auch Google bieten in ihren Einstellungen zahlreiche Optionen, um die eigene Privatsphäre besser zu schützen, und das Anzeigen von personalisierter Werbung zu reduzieren. Nutzer sollten sich die Zeit nehmen, hier die Regeln zu verschärfen.
VPN nutzen
Wer über ein VPN, also ein virtuelles privates Netzwerk surft, verschleiert seine Identität, beispielsweise den aktuellen Standort seines Rechners oder seines Smartphones. So erhalten die Anbieter deutlich weniger Informationen. VPN-Programme und Apps wie Disconnect, Cyberghost oder ExpressVPN gibt es für alle Plattformen von iOS bis Android, von PC bis Mac. Einige Apps sind kostenlos. Doch zuverlässig und seriös lassen sich die Server nur mit einem bezahlten Abo betreiben, das meist zwischen fünf und zehn Euro im Monat kostet.
Sichere Suchmaschine
Gerade Suchmaschinen, in denen Nutzer praktisch alles offenbaren, was sie beschäftigt, sind für die Betreiber ideale Werkzeuge zum Datensammeln. Die besten Alternativen zur übermächtigen Google-Suche sind DuckDuckGo und SearchEncrypt. Beide Suchmaschinen zeigen zwar Werbung an, die zum Suchbegriff passt, sammeln die Daten ihrer Nutzer aber ausdrücklich nicht.