Zur Entstehung der MIH ist bislang wenig bekannt. Der Zahnschmelz ist bei Betroffenen meist weniger hart und hat im Vergleich zu gesundem Zahnschmelz eine veränderte Zusammensetzung. Dass Zähne überempfindlich sind (Hypersensibilität), insbesondere beim Essen und Trinken, ist eine bekannte Begleiterscheinung: Temperatureize – egal ob heiß oder kalt – werden nämlich aufgrund des „porösen“ Zahnschmelzes schneller fortgeleitet, Patienten nehmen das als Schmerz wahr. Solange der Zahn intakt ist und keine Schmelzabbrüche vorliegen, bleiben tatsächlich nur Maßnahmen wie das Auftragen von Fluorid oder einer Zahnschutzcreme mit CPP-ACP („Casein Phosphopeptid – amorphes Calciumphosphat“). Möglich wäre es zudem, Arginin-haltige Mundspüllösungen zu verwenden. Für diese Maßnahmen wurde in Studien eine gewisse Reduktion der Überempfindlichkeit gezeigt. Aus der Praxis wissen wir aber auch, dass es nur sehr selten gelingt, die Symptome vollständig zu lindern, da all diese Produkte nur an der Zahnoberfläche ansetzen. Eine vollständige Heilung des strukturgestörten Zahnschmelzes ist derzeit nicht möglich.