Farbenfrohes Winter-Wunderland

von Redaktion

Glamourös geht es bei Chris Kolonko nicht nur auf der Bühne zu. Betörend sind auch seine Vorspeisen-Variationen. Ein Hauch von großer weiter Welt auf einem einzigen Teller, ganz einfach in Szene gesetzt. Man muss nur wissen, wie es geht.

VON STEPHANIE EBNER

Das hätte keine PR-Agentur besser inszenieren können: Draußen vor dem Küchenfenster im Münchner Westend schneit es dicke Flocken. Ein Hauch von „Winter Wonderland“. So heißt auch die neue Varieté-Show von Chris Kolonko. Der Travestie-Künstler will in seinem Spiegelpalast (gastiert bis 20. Januar in Augsburg) verzaubern, mit seiner Show ebenso wie mit kulinarischen Köstlichkeiten, die zur Show serviert werden.

Der Münchner Künstler hat in seine Wohnung eingeladen. Er will ein paar Kostproben servieren. Zusammen mit Andre Kracht. Die beiden haben das aktuelle Menü fürs Spiegelzelt zusammengestellt. Uns verraten sie, wie die Vorspeisen-Variationen gehen. Diese eignen sich auch für ein Weihnachtsmenü oder den Silvesterabend.

Kochen ist eine Leidenschaft von Chris Kolonko. Ursprünglich wollte der Travestie-Star eigentlich Koch werden: Mit viel Ironie erzählt er, dass er in der Schule der einzige Junge gewesen sei, der Hauswirtschaft belegte. Für die Abschlussprüfung musste der junge Christian eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte backen. Ohne Rezept. „Das hatte ich in der Aufregung verschmissen.“ Die Prüfer störte das nicht – allein die Torte überzeugte.

Eine Ausbildung zum Hotelfachmann im „Gregor“ in Augsburg folgte – sein damaliger Chef war nämlich der Überzeugung: „Sie sind für die Küche zu schade.“ Die Ausbildung beendete Chris nicht. Er sattelte vorzeitig auf Friseur um, um später Maskenbildner werden zu können.

Heute ist Chris Kolonko weder Koch noch Maskenbildner. Er ist ein gefragter Conferencier, manchmal auch „Von Kopf bis Fuß Marlene“, seine Paraderolle. Seit über 20 Jahren gastiert der Künstler zudem auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa.

Die Affinität zum Kochen ist Chris Kolonko in all den Jahren geblieben. Nicht immer habe er Zeit und Muße dazu, aber bei einer ayurvedischen Entlastungswoche hat er das Zubereiten von Speisen wieder für sich entdeckt – „beim Kochen kann ich so richtig gut entspannen“.

Wenn er heute von fernen Reisen oder einem auswärtigen Engagement zurück nach München kommt, liebt er es, sich in die Küche zu stellen. Am liebsten zusammen mit Freunden – „gemeinsam kochen ist einfach toll“, schwärmt der 50-Jährige. „Kochen ist wie eine Therapie, Erholung pur.“

Deshalb passt es auch, dass heute Andre Kracht mit in der Küche steht, der „eigentlich schon immer Koch werden wollte“, wie er sagt. Für das „Winterwonderland“-Menü haben die beiden bewusst auf einfache, zumeist regionale Produkte geachtet. Nur eben anders, als erwartet in Szene gesetzt. Wie etwa der Kartoffelstampf. Mit Zitrone und Olivenöl abgeschmeckt und auf dem Vorspeisenteller perfekt in Ringform in Szene gesetzt, ist der Stampf ohne Zweifel schon etwas Besonderes. Die bodenständige Kartoffel im extravaganten Kostüm, „das passt zu uns“, sagt Chris Kolonko. Die Knolle schmeckt nicht nur gut – allein ihr Auftritt auf dem Teller ist außergewöhnlich und verspricht mehr.

Daran allein könnte man sich getrost schon satt essen. Wenn da nicht noch die Garnelen, der Ziegenkäse und das Asia-Süppchen wären. Und das ist nur der Anfang.

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