Balkenblase: Was droht ohne Therapie?

von Redaktion

Leser, 73: Meine Harnröhre ist verengt, da die Prostata nach innen gewachsen ist. Der erhöhte Druck hat zu einer Balkenblase mit verdickter Blasenwand geführt. Ich leide daher oft an starkem, plötzlichem Harndrang. Besteht das Risiko, dass die Blase ihre Tätigkeit einstellt und ich einen Katheter brauche, wenn ich weder Arzneien nehme noch mich operieren lasse?

In der Tat kann eine Vergrößerung der Prostata unter Umständen zu Folgeschäden an der Harnblase führen. Die Prostata sitzt direkt unterhalb der Blase. Ist dieser Bereich verengt, muss die Blase mehr Kraft aufwenden, um sich beim Wasserlassen zu entleeren. Als Folge davon können eine balkenartige Verdickung der Blasenmuskulatur und „Divertikel“, also Aussackungen in der Harnblasenwand entstehen. Die Blase ist dann weniger beweglich, oft kommt es zu einer unvollständigen Entleerung. Es bleibt also „Restharn“ zurück. Leider bilden sich diese Veränderungen an der Blase in der Regel nicht mehr zurück. Damit steigt die Gefahr für einen „Harnverhalt“: Betroffene können ihre Blase dann plötzlich gar nicht mehr entleeren – ein Notfall. In der Folge muss ein Katheter eingesetzt werden. Da bei Ihnen bereits Veränderungen an der Blase sichtbar sind, ist eine Operation wahrscheinlich die richtige Therapie für Sie. In frühen Stadien können auch bestimmte Medikamente helfen.

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