Wer zu Hause einen Angehörigen pflegt, sollte unbedingt auch auf sich selbst achten – sich regelmäßig Zeit für Entspannungsübungen, Musikhören oder einen Spaziergang nehmen. Denn um pflegen zu können, sollte es einem selbst gut gehen. Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ empfiehlt pflegenden Angehörigen, am besten gemeinsam Auszeiten für die einzelnen Familienmitglieder zu planen: einen Nachmittag im Café mit Freunden, einen Vormittag im Fitnesscenter. Dafür lässt sich der Entlastungsbetrag, die Kurzzeit- oder die Verhinderungspflege nutzen. Wer am Ende seiner Kräfte ist, sollte mit den Hausarzt sprechen: Er kann drei Wochen Reha verschreiben. Grundsätzlich gilt: Pflegende Angehörige sollten bei Situationen, die sie an ihre Grenzen bringen, kurz aus dem Raum gehen, tief durchatmen und bis zehn zählen. Oft brechen auch in der Familie alte Konflikte wieder auf. In diesen Fällen kann es helfen, einen Familienrat abzuhalten, sich an einen Familientherapeuten oder Mediator zu wenden. Eskaliert die Situation, sollte man sich Hilfe bei Beratungsstellen und Krisentelefonen holen.
Menschen mit Demenz haben zunehmend Probleme, sich räumlich und zeitlich zu orientieren. Das schränkt sie nicht nur im Alltag ein, es löst auch Ängste aus und kann zu aggressivem Verhalten führen. Um solche Gefühle zu vermeiden, ist es einerseits wichtig, die Einschränkungen des Patienten zu kennen und zu akzeptieren, sagen Experten. Andererseits ist es den Psychiatern zufolge wichtig, noch vorhandene Fähigkeiten zu fördern und Interessen zu berücksichtigen. Angehörige können beispielsweise Aktivitäten anbieten, die die Erkrankten noch selbstständig machen können. Solche kleinen Erfolgserlebnisse geben Sicherheit und wirken einem Identitätsverlust entgegen (www.psychiater-im-netz.org).
Auch wenn manche Senioren am Anfang vielleicht Berührungsängste haben – ein „Smart Home“ kann ihre Lebensqualität deutlich steigern. „Viele Anwendungen erleichtern den Alltag spürbar“, sagt die Leiterin des Beratungszentrums Alter & Technik in Villingen-Schwenningen, Katja Porsch, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Bei gesundheitlichen Handicaps lasse sich durch die Technik in den eigenen vier Wänden oft ein Umzug ins Heim vermeiden. „Unsere Erfahrung ist: Wer das ,Smart Home’ erst einmal ausprobiert und schätzen gelernt hat, gibt es nicht mehr her“, sagt Porsch. Auch für Angehörige sieht sie große Vorteile. Denn viele Kinder lebten in ständiger Sorge, dass bei ihren alten Eltern etwas passiere, so die Expertin. „Mit einem „Smart-Home“-System werden sie sofort automatisch benachrichtigt, wenn etwas nicht stimmt.“ Das erhöhe die Sicherheit des Seniors und beruhige zugleich die Angehörigen enorm.