Rund 570 000 Bundesbürger erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Selbst wer den Notfall relativ unbeschadet überstehe, schwebe weiter in großer Gefahr, warnt Professor Axel Schlitt von der Deutschen Gesellschaft für Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) im „Senioren Ratgeber“. „Ein Infarkt bahnt sich lange an. Es ist wichtig, die Ursachen zu behandeln.“ Sonst droht bald der nächste. Laut Schlitt kann jeder viel dazu beitragen, einem weiteren Infarkt vorzubeugen. Wer sich nach der Akutbehandlung für eine Reha entscheidet, dem fällt das meist leichter. „Dort setzt sich der Patient bewusst mit seiner Krankheit auseinander“, so der Experte. Schlaganfall- oder Herzinfarktkranke punkten, wenn sie Cholesterin- und Blutzuckerwerte regelmäßig checken. Schon einfache Lebensstiländerungen bewirkten ganz viel: nicht mehr rauchen, leichte Kost bevorzugen, viel bewegen und penibel seine verordnete Arznei einnehmen – ein so veränderter Alltag wirkt sich positiv auf Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes aus und senkt die Gefahr, dass lädierte Blutgefäße weiter Schaden erleiden.
Gerade im Alter sind frische Luft und Bewegung wichtig. Auch wenn es richtig kalt ist, sollten ältere Menschen ihre Besorgungen also ruhig selbst erledigen, sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Vorsicht ist aber bei Nässe, Schnee oder Glatteis geboten. Wer nicht mehr so sicher auf den Beinen ist, lässt sich die Einkäufe dann eventuell besser bringen. „Ich rate, sich frühzeitig um Hilfe zu kümmern“, sagt Sowinski. Viele Supermärkte böten gegen Aufpreis einen Lieferservice an. Wer hilfsbereite Nachbarn oder die eigenen Kinder in der Nähe hat, kann auch sie rechtzeitig um Hilfe bitten. Ideal ist es, wenn man den Einkauf nicht einfach delegiert, sondern jemanden mitnimmt, der beim Tragen hilft und einen im Zweifelsfall stützt.
Es gibt gute Gründe für ältere Menschen, auch ein älteres Tier zu sich zu nehmen: Ihr Charakter ist bereits entwickelt, sie wachsen nicht mehr und sie sind zuverlässig. Ältere Haustiere haben bereits eine etablierte Routine und sind in der Regel ruhiger und weniger anspruchsvoll, erklärt die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Weniger anspruchsvoll bedeutet allerdings nicht, dass solche Tiere keine Anforderungen stellen. Training, Spaziergänge und Spielzeiten fallen aber doch kürzer aus. Tier-Senioren würden sich im Alter gut an den Lebensstil und die Routine ihrer menschlichen Begleiter anpassen, erklären die Experten. Deshalb eignen sie sich unter anderem auch besonders gut für Rentner. Was noch für ältere Haustiere spricht: Die meisten haben eine Erziehung erhalten, sind stubenrein und verstehen grundlegende Befehle. Sie kratzen nicht mehr an Möbeln und wissen sich zu benehmen, so Vier Pfoten.