Viele Ältere sehnen das Ende ihrer Berufstätigkeit herbei: Sie freuen sich darauf, endlich mehr freie Zeit zu haben und die Hektik des Berufsalltags hinter sich zu lassen. Doch allzu oft folgt Ernüchterung.
Denn es ist gar nicht so einfach, sich in dem neuen Lebensabschnitt einzurichten. Vielfach muss man sich regelrecht neu erfinden. Iris Seidenstricker hat einen sehr nützlichen Wegbegleiter für diese herausfordernde Zeit des Übergangs geschrieben. In „Zeit für Neues“ spricht sie wichtige Punkte an wie Selbstmotivation, Entwicklung von Alltagsroutinen, Suche nach neuen Aufgaben – und die Bedeutung eines sozialen Netzwerkes.
Vieles davon kann man schon lange vor dem Ruhestand planen und angehen. Die Autorin gibt nicht nur nützliche Tipps, sie animiert vor allem zur Selbstreflexion, vielleicht sich auch unangenehme Wahrheiten einzugestehen. Persönliche Geschichten ergänzen das Buch. Der Anhang enthält wichtige Adressen von ehrenamtlichen Organisationen und Verbänden unterschiedlichster Art, in denen sich Senioren engagieren können.
Denn Alter ist noch lange kein Grund, aufs Abstellgleis gestellt zu werden. „Das Alter hat für viele seinen Schrecken verloren“, heißt es etwa in einer jüngeren Studie. Allerdings ist die Einschätzung, wann das „Alter“ beginnt, offensichtlich sehr variabel.
So unterscheidet sie sich stark innerhalb einzelner Berufsgruppen: Angestellte, Beamte und Selbstständige/Freiberufler geben demnach am häufigsten an, dass das „Alter“ ab 70 Jahren beginne. Bei ungelernten Arbeitern ist das nicht der Fall; hier werden im Zusammenhang mit „Alter“ am häufigsten 60 Jahre genannt. Das ergab jüngst die Untersuchung DIA-50plus.
Auch die berufliche Situation wird in der Studie beleuchtet. Resultat: Je älter die Befragten, desto häufiger möchten sie so lange arbeiten, wie sie gesundheitlich dazu in der Lage sind. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte anlässlich der Präsentation dieser Studie: „Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Menschen nicht weniger leistungsfähig sind als jüngere – sondern dass sie anders leistungsfähig sind.“