Bei Verletzungen werden Nerven in Händen und Füßen manchmal durchtrennt. Noch häufiger kommt es aber zu Schäden an Nerven, wenn diese gequetscht werden, erklärt Prof. Riccardo Giunta. Besonders häufig geschieht das im Handgelenk. Im sogenannten Karpaltunnel verlaufen wichtige Sehnen – und ein Nerv. Verengt sich der Tunnel, etwa durch ein verdicktes Band oder nach einer Verletzung, gerät auch dieser Nerv unter Druck. Die Folge sind Sensibilitätsstörungen in der Hand, die vor allem Daumen, Zeige- und Mittelfinger betreffen, man spricht vom Karpaltunnelsyndrom. „Patienten haben dann meist nachts Schmerzen in der Hand, sie wachen sogar davon auf“, sagt Giunta. Schütteln sie die Hand, werde es kurz besser. Betroffenen fällt es oft auch schwer, eine Tasse oder einen Stift zu halten. Zu Engpässen kann es auch an anderen Stellen kommen – etwa am „Musikantenknochen“ des Ellenbogens: Beim „Sulcus ulnaris-Syndrom“ (SUS) wird ein Armnerv eingeklemmt, der für das Gefühl im Ringfinger und kleinen Finger zuständig ist. Auch am Fuß könne es zu einem Kompressionssyndrom kommen: Dabei „schläft“ der Fuß oft ein, fühlt sich also taub an. Ein plastischer Chirurg bzw. Handchirurg kann die Engstelle in einem Eingriff beseitigen – dann erhole sich auch der Nerv in der Regel bald wieder, sagt Giunta. ae