Niemand recycelt seine Spiele so schön – oder auch so kess – wie Nintendo. 2012 ist „New Super Mario Bros. U“ erschienen, einer der wenigen echten Hits für die gefloppte Wii-U-Konsole. Sieben Jahre später ist das klassische 2D-Hüpfspiel wieder da. Die Japaner haben in bewährter Weise ein „Deluxe“ an den Titel angehängt, und schon steht „New Super Mario Bros. U Deluxe“ für den ungleich erfolgreicheren Wii-U-Nachfolger Switch parat. Viel geändert hat sich beim Umzug auf die neue Konsole nicht. Aber das muss es bei Mario-Spielen auch gar nicht. Wenn Recycling, dann so! Wichtigste Nachricht für Nintendo-Fans: Das Zusatzspiel „New Super Luigi U“, das Nintendo 2013 kostenpflichtig nachgeschoben hatte, ist diesmal von Anfang an dabei.
Die Variante mit Mario-Bruder Luigi ist schwerer, ein wenig düsterer und kommt mit einem deftigen Zeitlimit von 100 Sekunden pro Level – Mario für Erwachsene. Doch insgesamt fallen beide Spiele so bunt, fröhlich, charmant und fantasiereich aus, wie es bis heute nur Nintendo zustande bringt. Im Kern ist „New Super Mario Bros. U Deluxe“ ein traditioneller 2D-Mario, wie ihn Nintendo seit den 80er-Jahren perfektioniert hat.
Doch statt der winzigen Pixelfiguren von einst ermöglicht moderne Technik detailverliebte Marios und Luigis. Und das erst recht auf der Switch. Die Animationen sind wesentlich flüssiger als auf der Wii U, und die Steuerung klappt auf der Switch besser als auf dem altbackenen Bildschirm des Vorgängers. Allein das ist für echte Nintendo-Fans schon ein Kaufargument. Bis zu fünf Spieler können mithüpfen.
Doch sie sollten dabei nie die Spieltiefe, die überwältigende Grafik und das Ideen-Feuerwerk eines „Super Mario Odyssey“ erwarten, denn die 3D-Marios spielen in einer ganz anderen Liga. Deshalb hätte es für „New Super Mario Bros. U Deluxe“ – einziger Kritikpunkt – auch ein Preis von 30 Euro getan, statt des Doppelten (für Nintendo Switch, 60 Euro, ohne Altersbeschränkung).